Alte Sonnen-Apotheke, Markt 2, 49740 Haselünne im Emsland

 

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Was machen die eigentlich in einer Apotheke den ganzen Tag lang?

Wofür ist eigentlich die Apotheke da ?
Sie kommen herein, geben Ihr Rezept ab, der freundliche Typ im weißen Kittel geht an die Schublade, holt ein Medikament heraus, überreicht es Ihnen mit ein paar Worten und kassiert.
Sind die Apotheker nur "akademisch gebildete Schubladenzieher" ? Oder ist mehr hinter den Kulissen ?
Zuallererst ist die Apotheke da für Verbraucherschutz, Patientenschutz - also für Sie !
Das Patienten besonders schutzbedürftig sind, fiel bereits im Mittelalter Kaiser Friedrich dem Zweiten auf, und er begründete deshalb unser heutiges Apothekenwesen.
Der Patient soll durch eine staatlich festgesetzte Preisverordnung geschützt werden vor ungehindertem Abzocken. Diese Preisverordnung ist für die Apotheker ein absolut verbindliches Gesetz, das sie nicht umgehen können, ebenso wie übrigens die Zuzahlung der Patienten.(Übrigens, hätten Sie´s gewußt? Der Staat verdient über die 19% Mehrwertsteuer an den Medikamenten mehr als die Apotheke!) Vom Staat festgesetzte Medikamentenpreise gibt es bereits seit mehr als 700 Jahren.
Der Patient soll geschützt werden vor Fehlern des Arztes.
Auch ein Arzt kann mal einen schlechten Tag haben. Leider kann das für den Patienten mitunter sehr gefährlich werden. Der Apotheker fungiert deshalb als Kontrollinstanz für das ärztliche Rezept und muß offensichtliche Fehler erkennen und mit dem Arzt zusammen berichtigen.
Der Patient soll geschützt werden vor miserabler Qualität.
Der Apotheker fungiert auch als Kontrollinstanz für die Produkte der Industrie. Fertigarzneimittel werden in jeder Apotheke jeden Tag stichprobenweise überprüft. Durchschnittlich fünf bis zehn Medikamentenchargen werden aufgrund solcher Überprüfungen jede Woche aus dem Handel zurückgerufen oder einer zusätzlichen Sicherheitsprüfung durch den Hersteller unterzogen.
Der Patient soll geschützt werden vor unerwartet gefährlichen Nebenwirkungen seiner Medikamente.
Ärzte wie Apotheker bekommen in der Regel recht deutliche Rückmeldungen von den Patienten, wenn das Medikament Ärger macht. Diese Rückmeldungen werden von uns an eine spezielle Arzneimittelkommission weitergeleitet. Und diese kontaktiert das Gesundheitsamt, wenn sich eine Gefährdung der Patienten abzeichnet. Das Gesundheitsamt ändert dann die Gebrauchsanweisungen und Einsatzgebiete des Medikamentes, und bei besonderer Gefährdung zieht es Medikamente aus dem Verkehr. Das kann, wie im Falle von Lipobay, von heute auf morgen geschehen.
Als zweites ist der Apotheker Berater und Arzneimittel - Fachmann, ausgebildet und zuständig unter anderem für Herstellung, Überprüfung, und Anwendung der Medikamente. Er berät auch den Arzt in Arzneimittelfragen. Die Hauptberatungsleistung liegt allerdings direkt bei dem Patienten.
"....zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Apotheker......."
"Warum werde ich dann nicht immer beraten?" fragen Sie. Nun, der Apotheker berät Sie, wenn Sie seine Beratung wünschen. Falls Sie nur schnell hereinkommen und gezielt eine Aspirin verlangen, geht er davon aus, daß Sie Ihr Medikament kennen und genau wissen, wofür Sie es haben wollen. Wenn Sie allerdings fragen, "Ist Aspirin das Beste für meine Kopfschmerzen?", dann bekommen Sie gerne Ihre Beratung.
Sie bekommen manchmal auch ungefragt eine Beratung. Dann nämlich, wenn der Apotheker erkennt, daß Ihr verlangtes Medikament für Sie problematisch ist. Wenn eine schwangere Frau Aspirin verlangt, oder ein Patient , der gleichzeitig Marcumar nimmt ( ein Mittel zur Veränderung der Blutgerinnung), dann wird der Apotheker von sich aus nachhaken und gegebenenfalls abraten oder ein anderes Medikament empfehlen.
Falls sie jetzt von der Sorte Beratung träumen, die von der Stiftung Warentest und anderen interessierten Seiten immer gefordert wird, fragen Sie sich bitte selbst: würden Sie sich für jede Packung Magentabletten und für jedes Nasenspray freiwillig in der Apotheke eine viertel Stunde lang zu Vor- und Nachteilen beraten lassen (auch wenn Sie das gleiche Medikament zum hundertsten Mal holen?) Falls ja- bitte gerne! Wie gesagt- ein kleiner Hinweis, daß Sie Fragen haben, und Sie bekommen Ihre Beratung so lange und so ausführlich, wie Sie es wünschen.
Als drittes sind die Apotheker Arzneimittelhersteller. Jedesmal, wenn Sie sich einen Tee mischen oder eine Salbe anrühren lassen, stellt der Apotheker ein Arzneimittel her. Weniger geläufig ist Ihnen vielleicht, daß der Apotheker auch Kapseln, Zäpfchen, Säfte, Tropfen , Pulver , Gele und viele andere Arzneiformen selbst herstellt. Damit ist gewährleistet, daß der Arzt nötigenfalls jedem Patienten eine individuelle Medizin verordnen kann.
Als viertes sorgt die Apotheke dafür, daß mittels einer sehr effizienten Logistik und Vorratshaltung 90% der Patienten ihre Medikamente sofort bekommen können. Eine durchschnittliche Apotheke hält zwischen 5000 und 8000 Medikamente ständig an Lager. Die restlichen Medikamente werden überwiegend in weniger als 12 Stunden angeliefert. Welches Geschäft kennen Sie sonst, in dem Sie heute bestellen und bereits am gleichen Tag oder spätestens am nächsten Tag die bestellte Ware bekommen ? (Richtig, das schafft außer uns nur noch der Buchhandel!)
Neben diesen Hauptarbeiten fallen natürlich in jeder Apotheke verschiedenste weitere Arbeiten an. Ankommende Tees und Chemikalien für die Herstellung müssen im Labor auf Identität, Reinheit und Gehalt überprüft werden, für bestimmte Medikamente muß eine lückenlose Dokumentation über deren Verbleib geführt werden, der Warenbestand muß ständig überarbeitet und geprüft werden, Medikamente sind zum Arzt oder zum Patienten zu bringen, Screening-Maßnahmen wie z.B. Blutdruckmessen oder Cholesterinmessungen werden durchgeführt, schriftliches Informationsmaterial für Kunden will besorgt werden, es kommen Anfragen über Telefon, Fax oder e-mail herein, Intensivberatungen und Vorträge werden vorbereitet, die Abrechnungen mit den Krankenkassen wollen erledigt werden usw. 
 
Sie sehen, es passiert jede Menge hinter den Kulissen. Und das alles passiert, damit wir Sie optimal und mit geringstmöglichem Risiko mit Arzneimitteln versorgen können.
 
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Verwendete Literatur: Apothekenbetriebsordnung, Apotheken- und Arzneimittelgesetz 2012
Update 17.10.2012
Copyright © Charlotte Erpenbeck

Sie haben Anregungen, Bestellungen oder Fragen? So können Sie uns immer erreichen:
Alte Sonnen-Apotheke OHG, Markt 2,
49740 Haselünne ( Emsland )
Telefon 05961-294  Fax 05961-9247
e-mail: bestellung at alte-sonnen-apotheke-app.de (Zum Schutz vor Spam haben wir das at-Zeichen ausgeschrieben. Sie müssen dieses ausgeschriebene at durch das @-Zeichen ersetzen, damit die e-mail-Adresse gültig ist.)
Telefonanfragen und Telefonbestellungen bearbeiten wir sofort, auf Fax und e-mail-Anfragen bekommen Sie normalerweise spätestens in zwei Arbeitstagen eine Antwort.

Öffnungszeiten :

Montag:8:30 bis 13:00 und 14:30 bis 19:00 Uhr
Dienstag8:30 bis 13:00 und 14:30 bis 19:00 Uhr
Mittwoch8:30 bis 13:00 und 14:30 bis 18:00 Uhr
Donnerstag: 8:30 bis 13:00 und 14:30 bis 19:00 Uhr
Freitag8:30 bis 13:00 und 14:30 bis 18:00 Uhr
Samstag9:00 bis 13:00 Uhr

Wir stehen Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Apothekerinnen Charlotte Erpenbeck und Tanja Kramer und das Team der Alten Sonnen-Apotheke

Übrigens, die Bilder auf unserer Seite sind entweder Eigentum unserer Kooperation, der Parmapharm, oder selbst gemacht, oder aber eingekauft bei Shutterstock (und dann entsprechend gekennzeichnet)

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