Alte Sonnen-Apotheke, Markt 2, 49740 Haselünne im Emsland

 

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Newsletter-Archiv Apothekertipp 2006

Apothekertipp im März 2006


Unser aktueller Apothekertipp kommt mal wieder aus der Küche. Heute geht es um:

Die GRAPEFRUIT

Die Grapefruit gehört zu den Citrusfrüchten. Entstanden ist sie vermutlich aus einer Kreuzung von Pampelmuse und Orange. Sie ist in der Regel deutlich größer als eine Orange, leider allerdings auch meist sehr viel saurer, mit einem für viele Leute unangenehm herben Geschmack. Daher wird Grapefruit häufiger als Saft  in Mischobstsäften angeboten.

Grapefruit enthält nicht nur Vitamine. Nach neueren Forschungen senkt der regelmäßige Verzehr von Grapefruit einen erhöhten Cholesterinsspiegel um bis zu 15%. Dabei sind die rotfleischigen Grapefruits offensichtlich wirksamer als die hellfleischigen. Sie enthalten deutlich mehr bioaktive Substanzen. (So ähnlich wie beim Wein- auch dort enthält der Rotwein mehr aktive Stoffe als der Weißwein).

Der genaue Wirkmechanismus ist bislang noch nicht erforscht. Aus den bisherigen Untersuchungen kann man jedoch ableiten, daß der regelmäßige Verzehr von einer Grapefruit am Tag Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen kann. Zudem wirkt Grapefruit verdauungsfördernd, entschlackend und regt auch den Zuckerstoffwechsel an. Außerdem enthält sie eine mikrobiell wirksame Substanz, die sowohl gegen Pilze als auch gegen Bakterien wirkt.

Wäre es bei soviel gesundheitlichem Potential dann nicht sinnvoll, jedem eine Grapefruit am Tag zu verordnen?

Leider nicht generell. Insbesondere dann nicht, wenn Sie bereits andere Medikamente nehmen müssen. Die aktiven Stoffe in der Grapefruit greifen sehr stark in den Leberstoffwechsel ein. Das dort arbeitende Enzym Cytochrom P 450 wird in seiner Aktivität von der Grapefruit gehemmt. Da dieses Enzym wiederum zuständig ist für den Abbau und Stoffwechsel verschiedener Arzneistoffe, können durch diese Hemmung lebensgefährliche Überdosierungen entstehen. Davon betroffen sind unter anderem Bluttfettsenker, Herz- und Blutdruckmittel, pilzwirksame Stoffe, Zytostatika und Hormone. Wenn Sie Medikamente einnehmen müssen, fragen Sie besser in Ihrer Apotheke nach, ob diese Arzneien sich mit Grapefruit vertragen. Im Zweifelsfall verzichten Sie lieber auf die Grapefruit. Es gibt Gott sei Dank genug leckere, vitaminreiche Obstsorten, die Sie ersatzweise essen können und die Ihren Medikamenten nicht in die Quere kommen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesunde Mahlzeit!

Ihre Apothekerin
Charlotte Erpenbeck

Apothekertipp im Mai 2006 

Liebe Leser!

Der Mai ist gekommen- und für viele von Ihnen dürfte die Urlaubsplanung langsam in die akute Phase treten. Da einige medizinsche Vorbereitungen besonders für Fernurlaube etwas Ausfwand erfordern, habe ich hier eine kleine Checkliste für Sie vorbereitet.

Urlaubs-Checkliste

Sie wollen in den Urlaub fahren- und wie immer geht es am Schluss hektisch zu. Da wird schon einmal das eine oder andere Wichtige vergessen. Diese Checkliste soll Ihnen helfen, den Urlaub möglichst gesund zu verbringen.

Langfristige Vorbereitungen:

Einen Vorsorge-Termin beim Zahnarzt wahrnehmen.
Nachsehen, ob alle Grundimpfungen (Polio, Diphtherie, Tetanus) noch gültig sind, und je nach Reiseziel für rechtzeitige Zusatzimpfungen sorgen (z.B. Hepatitis, Typhus). Reise-Impfberatung erhalten Sie natürlich auch in unserer Apotheke !
Bei der Krankenkasse erkundigen, ob Sie einen Auslands-Versicherungsschein benötigen, oder wie im Krankheitsfall sonst verfahren werden soll. Gegebenenfalls eine Auslands-Reisekrankenversicherung abschließen. Unter anderem bietet z.B. der ADAC eine gute Reiseversicherung für die ganze Familie an.

Mittelfristig vorher:
Beim Hausarzt Rezepte für alle Dauer-Medikamente holen, der Vorrat sollte auf jeden Fall groß genug sein, daß Sie nicht nur Ihre Medikamente im Urlaub haben, sondern auch noch eine Reserve zu Hause lassen können.
Falls Sie eine Reise über mehrere Zeitzonen planen, ist es sinnvoll, daß Sie sich vorher einen Einnahmeplan für Ihre Medikamente erstellen lassen.
Bereits vor Ihrer Reise müssen Sie gegebenenfalls mit der Malaria-Prophylaxe beginnen.
Ebenfalls kann, falls keine Zeit mehr war für aktive Impfungen, jetzt noch Immunglobulin gespritzt werden. Damit erhalten Sie einen allgemein verbesserten Immunschutz, der aber nur wenige Wochen anhält.

Direkt vor der Abreise:

Papiere für alle Mitreisenden überprüfen und einstecken. Impfpässe und Notfallausweise (z.B. für Herzpatienten, Diabetiker und Marcumar- Patienten) nicht vergessen.

Wichtig für Flugreisen:

Folgendes Dinge gehören unbedingt ins Handgepäck, nicht in den Koffer:
regelmäßig benötigte Medikamente
Falls Sie Opiate einnehmen müssen, lassen Sie sich bitte unbedingt von Ihrem Arzt schriftlich bestätigen, daß Sie diese Medikamente für Ihren persönlichen Bedarf benötigen. Sie können sonst gefährlich Ärger mit dem Zoll bekommen.
Papiertaschentücher
Nasenspray (nichts ist schlimmer als angeschwollene Schleimhäute im Flieger, das schmerzt höllisch auf den Ohren!)

Zusatzliste für Reisen mit Kleinkindern
Impfpaß
Mückennetz für Bett oder Kinderwagen
Spezielle Medikamente für Kinder, besonders Mittel gegen Insektenstiche, Sonnenbrand, Durchfall und Erkältungen

In der Reiseapotheke sollten Sie haben
(Ihre ständigen Medikamente gehören nicht hierher, sondern ins Handgepäck!)
Einwegspritzen (nicht immer stehen hygienisch einwandfreie Spritzen am Urlaubsort zur Verfügung).
Sonnenschutz
Insektenabwehr
Desinfektionsmittel
Wundsalbe
Pflaster
Blasenpflaster
Etwas Verbandszeug (hierauf kann bei Autofahrten verzichtet werden, da Verbandszeug bereits im Auto-Verbandskasten ist)
Mittel gegen Sonnenbrand und Insektenstiche
Mittel gegen Schmerzen und Fieber
Erkältungsmittel
Durchfallmittel
Mittel gegen Verstopfung
Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen (falls Sie zu Reisekrankheit neigen, gehört dieses ebenfalls ins Handgepäck)
Tropfen gegen Bindehautentzündung
gegebenenfalls Kontaktlinsenpflegemittel
Lärmschutz
Pille oder andere Verhütungsmittel
Fieberthermometer, am besten ein Digitalthermometer, da die nicht so schnell kaputt gehen,
Bitte denken Sie daran, daß Ihre Medikamente feuchtigkeits- und hitzegeschützt aufbewahrt werden sollten. In Ihrer Apotheke erhalten Sie zu diesem Zweck spezielle Behälter für die Reiseapotheke. Für kühlpflichtige Medikamente wie Insuline gibt es Reise-Kühlboxen.
Falls Sie in ein Land fahren, in dem es voraussichtlich nur wenige deutsch sprechenden Ärzte gibt, lassen Sie sich in Ihrer Apotheke einen Urlaubs-Dolmetscher geben. Darin finden Sie die wichtigsten medizinischen Ausdrücke auf Englisch, Französisch und Spanisch, was für die meisten Urlaubsländer reichen dürfte.

Eine ausführlichere Version (nicht nur die medizinischen Sachen betreffend) finden Sie im Internet auf meiner Webseite unter
193/1/1/art/Reisevorbereitungen.html
131/1/1/cat/Reiseimpfungen.html
213/1/1/cat/Reiseapotheke.html

Viel Spaß bei Planen und einen schönen, erholsamen Urlaub wünsche ich Ihnen!


Ihre Apothekerin
Charlotte Erpenbeck

 

Apothekertipp im Juni 2006 

Harnwegsinfekte

Ein häufiges Übel insbesondere bei Frauen sind ständig wiederkehrende Harnwegsinfekte. Auslöser sind meist Keime aus dem Darmbereich, die in der Harnröhre hinauf zur Blase und von dort weiter in die Nieren wandern. Da Frauen im Verhältnis eine sehr viel kürzere Harnröhre haben als Männer, leiden sie auch häufiger unter solchen Harnwegsinfekten. Begünstigt werden die Infektionen durch Schwangerschaft und Geburt. Bei Männern können in späteren Lebensjahren vermehrt Infekte auftreten, wenn durch eine vergrößerte Prostata der Harn nicht mehr vollständig abfließt. Besonders gefährdet sind darüber hinaus alle Patienten mit unzureichend arbeitendem Immunsystem, wie zum Beispiel Diabetiker oder Menschen, die mit Immunsuppressiva oder starken Antibiotika behandelt werden.

Eine Harnwegsinfektion kündigt sich deutlich und mit typischen Beschwerden an. Man hat Schmerzen beim Wasserlassen und häufigen Harndrang. Unbehandelt steigt die Infektion gerne in die Nieren auf und führt dort zu meist sehr schmerzhaften Nierenentzündungen. Der Urin kann getrübt erscheinen und sogar Blut enthalten.

Bei starken Infektionen sind Antibiotika zwingend nötig. Bei häufigen Rezidiven (immer wieder neu aufflackernden, leichten Infektionen) können Sie allerdings versuchen, mit Hausmitteln und frei verkäuflichen Arzneimitteln die Erkrankung noch während der Entstehung abzufangen. Außerdem helfen diese Mittel bei starken Infekten, die Beschwerden zu lindern.

Was können Sie selbst zwecks Behandlung tun?

Zuerst einmal viel Harntee (Blasen-und Nierentee) trinken. Damit spülen Sie Ihre Nieren und verhindern sie größere Konzentrationen von Keimen in der Blase. Harntees unterstützen darüber hinaus zusätzlich die Nierenfunktion und können Beschwerden wie Brennen und Schmerzen lindern. Natürlich gibt es nicht nur Tee. Im Anfangsstadium einer Harnwegsinfektion können Tabletten aus Goldrutenextrakt oft zur Behandlung ausreichen. Sie wirken ähnlich wie die Tees. Andere Tabletten enthalten Extrakt aus Bärentraubenblättertee und wirken harndesinfizierend. Außerdem gibt es Tropfen mit den Inhaltsstoffen von Meerrettich und Kapuzinerkresse, die ebenfalls keimhemmend wirken und darüber hinaus das Immunsystem stimmulieren.

Damit haben Sie auch gleich einen ersten Ansatzpunkt für die reine Vorbeugung. Kapuzinerkresse und Meerrettich enthalten Senföle, die nicht nur Keime hemmen oder abtöten, sondern auch die Giftstoffe zerstören, die von manchen Keimen wie den Staphylokokken gebildet werden. Ein ordentlicher Löffel Meerrettich zum Essen kann Ihnen möglicherweise eine unangenehme Infektion ersparen. Das gilt übrigens auch für den Darm.

Ein anderes vorbeugendes Hausmittel sind Preiselbeeren. Auch sie enthalten keimhemmende Inhaltsstoffe. Jeden Tag ein Glas Preiselbeersaft, das wirkt nicht nur vorbeugend gegen Harnwegsinfekte, sondern enthält auch noch viele wertvolle Vitamine und andere gesunde Substanzen.

Nicht zu verachten ist auch Großmutters Ratschlag, die Nierengegend und den Unterleib warm zu halten und gegebenenfalls auch mal eine dicke Wollhose zu tragen (Omas berüchtigter Liebestöter...)

Und nicht zuletzt sollten besonders Frauen bei der Unterleibshygiene immer daran denken, daß sie keine Keime aus dem Darmbereich zur Scheide befördern. Abwischen und Abtrocken sollten Sie immer von der Schiede in Richtung After, niemals umgekehrt.

Mit diesen Ratschlägen sind sie für unseren naßkalten Sommer gut gerüstet. Denn: die einzige gute Krankheit ist die verhinderte Krankheit.

Ihre Apothekerin
Charlotte Erpenbeck

 

Erstellt 2006
Copyright © Charlotte Erpenbeck
Apothekerin

 

Sie haben Anregungen, Bestellungen oder Fragen? So können Sie uns immer erreichen:
Alte Sonnen-Apotheke OHG, Markt 2,
49740 Haselünne ( Emsland )
Telefon 05961-294  Fax 05961-9247
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Telefonanfragen und Telefonbestellungen bearbeiten wir sofort, auf Fax und e-mail-Anfragen bekommen Sie normalerweise spätestens in zwei Arbeitstagen eine Antwort.

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Dienstag8:30 bis 13:00 und 14:30 bis 19:00 Uhr
Mittwoch8:30 bis 13:00 und 14:30 bis 18:00 Uhr
Donnerstag: 8:30 bis 13:00 und 14:30 bis 19:00 Uhr
Freitag8:30 bis 13:00 und 14:30 bis 18:00 Uhr
Samstag9:00 bis 13:00 Uhr

Wir stehen Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Apothekerinnen Charlotte Erpenbeck und Tanja Kramer und das Team der Alten Sonnen-Apotheke

Übrigens, die Bilder auf unserer Seite sind entweder Eigentum unserer Kooperation, der Parmapharm, oder selbst gemacht, oder aber eingekauft bei Shutterstock (und dann entsprechend gekennzeichnet)

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