Alte Sonnen-Apotheke, Markt 2, 49740 Haselünne im Emsland

 

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Newsletter-Archiv Apothekertipp 2005

Apothekertipp für Mai 2005 möchte ich Ihnen eine alte Heilpflanze vorstellen, die zu Unrecht etwas in Vergessenheit geraten ist.

Schwarzkümmel - nicht nur auf dem Fladenbrot

Wer schon einmal türkisches Fladenbrot gegessen hat, kennt Schwarzkümmel - das sind die kleinen schwarzen Körnchen auf dem Brot. Die Samen der Arzneipflanze Nigella sativa werden seit 4000 Jahren im Orient verwendet und schon in der Bibel erwähnt. In Europa erlebt diese Heilpflanze, die auch Brotwurz oder Schwarzer Koriander genannt wird, zur Zeit eine Renaissance.

Die Samen enthalten ein fettes Öl, das reich an ungesättigten Fettsäuren ist. Diese Fettsäuren kann der Körper selbst nicht herstellen, sie müssen also von außen zugeführt werden. Schwarzkümmel ist kein Arzneimittel. Die Samen helfen auch nicht gegen spezielle Krankheiten, Sie sollten also Ihre Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Bislang wurde auch noch keine Wirkung in klinischen Studien bewiesen. Es gibt aber durchaus Hinweise darauf, dass der Schwarzkümmel allgemein eine positive Wirkung auf die Gesundheit hat. Der hohe Gehalt ungesättigter Fettsäuren wirkt sich beispielsweise in vielen Fällen bei chronischen Hauterkrankungen oder Allergien heilungsfördernd aus. Als Gewürz in der Küche verwendet fördert Schwarzkümmel die Verdauung. Schwarzkümmeltee kann gegen Blähungen, Durchfall und Gallekoliken eingesetzt werden.

Mal abgesehen von der gesunden Wirkung ist Schwarzkümmel auch in einer sehr schönen Gartenform als einjährige Blume zu bekommen. Häufiger wird allerdings der Samen einer nahe verwandtren Art angeboten, Nigella damascena. Diese sogenannte "Jungfer in Grünen" war bereits unseren Großmüttern bekannt und vertraut. Für den historisch interessierten sei der Hinweis erlaubt, daß Schwarzkümmel bereits von Karl dem Großen als Anbaupflanze für Kloster- und Bauerngärten empfohlen wurde.

Alle Nigella-Arten sind filigrane Gewächs mit leuchtenden, weißen bis hellblauen Blüten, und schwarzen Samen in dekorativen Kapseln, die jede Sommerblumen-Rabatte zieren. Zudem lassen sich die Fruchtkapseln sehr schön in Trockenblumen-Sträußen verwenden. Probieren Sie diese hübschen Pflanzen ruhig einmal in ihrem Garten aus.

Ich wünsche Ihnen einen schönen, blumenreichen Sommer !
Charlotte Erpenbeck

Apothekertipp Oktober

Salbei- eine Heilpflanze für die Erkältungssaison.

Diese Heilpflanze habe ich, vor allem im Hinblick auf die anstehende Erkältungssaison, noch einmal unter die Lupe genommen. Salbei wird zwar in erster Linie bei Halsentzündungen gebraucht, ist aber, wie man sehen kann, vielseitiger.

Portrait: Salvia officinalis ( Salbei )

Im Kräutergarten blüht noch immer der Salbei. Diese Pflanze ist nicht nur ein sehr nützliches Küchengewürz bei fetten Fleischspeisen, die schwer im Magen liegen. Salbei ist auch seit Jahrhunderten als Heilpflanze in Gebrauch.

Bereits die alten Ägypter setzten Salbei zur Stärkung der Abwehr und als Fitmacher ein. Die Römer glaubten, daß Salbei harntreibend wirkt und Menstruationsbeschwerden lindert. Auch sollte er die männliche Fruchtbarkeit fördern. Wahrscheinlich aus diesem Grund war den Chinesen in früheren Jahrunderten eine Kiste Salbeitee im Handel drei Kisten Schwarztee wert.

Bereits der Name der Pflanze deutet auf die Heilwirkung hin. Er ist abgeleitet vom lateinischen "salvare", was "heilen" oder "retten" bedeutet. Im 8. Jahrhundert kam der Salbei auch zu uns und war in der Klostermedizin hochgeschätzt.

In der Tat enthält Salbei eine Vielzahl arzneilich wirkender Stoffe, die ihn auch heute noch vielseitig verwendbar machen. In den Blättern finden sich etherische Öle, bioaktive Pflanzenstoffe, pflanzliche Hormone, Harze und Gerbstoffe. Antibiotische Wirkung haben die Phenolsäuren, harntreibende die Triterpene, und die enthaltenen Bitterstoffe sorgen dafür, daß Salbei in der Küche seinen magenschonenden Beitrag leistet.

Salbei hilft gegen übermäßiges Schwitzen, sei es durch Nervosität oder auch durch die Wechseljahre bedingt. Salbei wirkt desinfizierend und krampflösend bei Magen-Darm-Erkrankungen, entzündungshemmend und antibiotisch bei Hals- und Rachenerkrankungen sowie bei Druckstellen im Mund und Zahnfleischentzündungen. Salbei stärkt die Abwehrkräfte der Atemwege und verstärkt die Heilwirung anderer Medikamente.

Nur eine Gegenanzeige sollten sie auf jeden Fall beachten: Da Salbei die Milchbildung deutlich hemmt, sollte der Tee nicht von stillenden Frauen getrunken werden.

Ihre Apothekerin Charlotte Erpenbeck

P.S.: Salbei Tee schmeckt ziemlich bitter. Falls sie ihn für Kinder verwenden sollten Sie ihn großzügig mit Zucker oder besser noch Honig süßen.

Erstellt 2005
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Apothekerin

 

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Apothekerinnen Charlotte Erpenbeck und Tanja Kramer und das Team der Alten Sonnen-Apotheke

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