Alte Sonnen-Apotheke, Markt 2, 49740 Haselünne im Emsland

 

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Newsletter-Archiv Apothekertipps 2004

Apothekertipp im September

Ananas

Die Sonne brennt, man lechzt nach einer Erfrischung. Als hätte Mutter Natur das vorausgeplant, findet man im Sommer ein fast überreiches Angebot frischer Früchte. Früchte sind erfrischend, mineral- und vitaminreich. Als Bonus für alle Fruchtesser sind sie überdies kalorienarm. Und nicht wenige Früchte enthalten zusätzliche gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe.

Zum Beispiel die exotische Ananas. Es ist eine Tropenfrucht, die bereits 1493 auf der Insel Guadeloupe von Kolumbus als Kulturpflanze vorgefunden wurde. Vermutlich stammt die Wildform aus Brasilien. Heute ist die Ananas in allen tropischen Ländern verbreitet. Sie hat einer ganzen Pflanzenfamilie (den Ananasgewächsen oder Bromeliaceae) einen Namen gegeben.

Die Kulturpflanze ist eine buschige Pflanze mit einer stacheligen Blattrosette. Im dritten Jahr wächst der Blühtrieb mit violetten Blüten. Die bekannte Ananas ist eine Sammelfrucht (viele kleine Früchtchen zu einer vereint) und wird von der Sproßachse durchwachsen- weshalb oben auf jeder Frucht eine kleiner Blattschopf prangt.

Geerntet werden die reifen Früchte (erkennbar daran, daß sich die Blätter leicht von der Frucht lösen.) Bei uns kommen allerdings oft noch unreife Früchte in den Handel, da reife Ananas nicht lange haltbar und schlecht zu transportieren ist.

Die rohe Ananas enthält auf 100g Frucht : 57 kcal (ca. eine BE), 0,4g Eiweiß, 0,2 g Fett, 13,5 g verwertbare Kohlenhydrate, 1,5 g Ballaststoffe, Purine im Äquivalent von 19,5 g Harnsäure, 2 mg Natrium,172 mg Kalium, 16 mg Calcium, 9,5 mg Phosphor, 17,5 mg Magnesium, 0,4 mg Eisen, 10 mg Vitamin A, Vitamine B und E in geringen Spuren, 20 mg Vitamin C, Fruchtsäuren, etwas Vanillin und geringe Mengen etherisches Öl. Die arzneilich wirksamen Inhaltsstoffe sind Bromelaine. Das sind Enzyme, welche die Eiweiß-Verdauung anregen und entzündungshemmend wirken. Menschen mit Magenproblemen könnten z.B. vor dem Mittagessen ein Glas frischen Ananassaft als Aperitif trinken.

Die Enzym wirken in der Küche als Zartmacher, wenn Fleisch mit frischer Ananas vor dem Kochen mariniert wird. Leider machen die Enzyme Milchspeisen bitter und verhindern das Gelieren von Gelantine. Deshalb darf für Milch und gelantinehaltige Speisen nur Konservenananas oder gekochte Ananas verwendet werden. Starkes Erhitzen zerstört die Enzyme. Woraus Sie gleichzeitig schließen können, daß Konservenananas keinerlei medizinische Wirkung mehr hat.

Dafür bietet dann die Apotheke Ersatz: Konzentrierte Bromelaine erhalten Sie als Tablette zur Behandlung von Entzündungen (besonders gerne empfohlen vom Zahnarzt).

Und zum Abschluß noch ein leckeres Ananas-Rezept:

Fruchtcocktail für 2 Personen:
1 mittlere Banane, 1 Tasse Erdbeeren, 1 Tasse frische Ananas, 1 Tasse Orangensaft.
Die Früchte gut zerkleinern und im Mixer pürieren. Mit dem Orangensaft verrühren und auf Eiswürfeln servieren. Eignet sich wegen der Banane auch gut als kleine Zwischenmahlzeit.

Guten Appetit wünscht Ihnen
Ihre Apothekerin
Charlotte Erpenbeck

Apothekertipp im November

MAGENMORSELLEN

Ruhmreiche Traditionen hat die Apothekerkunst im Zuckerbäckerhandwerk. Bonbon- und Pralinienspezialitäten waren im Mittelalter eine Domäne der Apotheker. Kein Kunststück- sie hatten schließlich Zugang zu der ganzen Bandbreite an Gewürzen aus dem Fernhandel, und nicht zuletzt zu dem teuren Rohrzucker, der aus arabischen Ländern ins mittelalterliche Europa importiert wurde.

Natürlich fertigte der Herr Apotheker nicht einfach Bonbons zum Schleckern. Getreu seinem höheren Auftrag zur Wahrung der Volksgesundheit verwandelte er die süßen Kalorienbomben in Arzneiträger. Von Abführbonbons über Brustkaramellen bis
hin zu Magenmorsellen reichte das Spektrum.

Und von letzteren möchte ich Ihnen heute die Rezeptur geben. Magenmorsellen sind nichts anderes als ein Kräuterschnaps in süßer, fester Form. Sie enthalten einen sehr hohen Anteil an Gewürzpulvern, die auf Magen- und Darm verdauungsfördernd wirken (aber nicht abführend!). Traditionell wurden sie nach umfangreichen Mahlzeiten genossen, sozusagen als I-Tüpfelchen nach dem Dessert. Da sie durch die verwendeten Gewürze sehr weihnachtlich schmecken, sollten Sie ruhig mal zum Weihnachtsessen diese akoholfreie Variante des Verdauungsschnapses anbieten. Sie sind selbstverständlich auch für Kinder bestens geeignet.
Eine Warnung noch: Morsellen sollte man lutschen, nicht kauen, da sie sonst wie die reinsten Plombenzieher wirken können.

Hier folgt die überlieferte Morsellen-Rezeptur:
17,5 Teile Zimt
7,5 Teile Kardamom
7,5 Teile Ingwer
3,5 Teile Galgant
3,5 Teile Muskatnuß
3,5 Teile Gewürznelken
80 Teile gehackte Mandeln
250 Teile Wasser
1000 Teile Zucker

Morsellen werden am Besten in einem Kupfertopf hergestellt. Zum Ausgießen hilft optimal ein Holzlöffel. Die verwendeten Geräte müssen peinlich sauber gehalten werden.
Der Zucker wird in dem Wasser ohne Umrühren gekocht bis zur Federprobe (eine von einem Messer geschleuderte Probe erstarrt in der Luft zu einer fedrigen Masse).
Dann werden die zerschnittenen Mandeln und die Gewürzpulver dazugemischt und die Masse in zerlegbare, leicht angefeuchtete Formen aus Eichenholz gegeben (könnte heute gegebenenfalls durch Silikonformen ersetzt werden). Man verteilt die Masse durch Aufstoßen auf den Tisch gleichmäßig und zerschneidet sie, bevor sie ganz erkaltet ist.

Sollte Ihnen das nach ein wenig zu viel Arbeit klingen, können Sie selbstverständlich in Ihrer Apotheke fertige Magen-Morsellen erwerben. Nach alten Rezepturen von 1856 gefertigt, sind sie heute noch unverändert im Handel.

Ich wünsche Ihnen frohes Gelingen und süßen Genuß !
Ihre Apothekerin
Charlotte Erpenbeck

Apothekertipp im Dezember

ZIMT


In der Weihnachtsbackstube duftet es lecker, nicht zuletzt nach Zimt. Dieses exotische Gewürz findet sich in Tee, Lebkuchen und Gebäck, aber auch in eingemachten Birnen, auf Bratäpfeln und Vanillepudding wieder.

Zimt ist die geschälte, in Stücken getrocknete oder gemahlene Rinde des Zimtbaumes (Cinnamomum ceylanicum). Wie bereits der Name andeutet, ist der Zimtbaum im südostasiatischen Raum beheimatet, mit einer besonders hochwertigen Variante aus Ceylon. Zimt wurde bereits in der Bibel erwähnt, und auch Hildegard von Bingen empfahl den Kranken Zimt (unter anderem gegen Gicht, wogegen er allerdings wohl eher nicht wirkt).

Die indische Medizin setzt Zimt ein zur Beruhigung des Nervensystems, als Unterstützung bei Erkältungen, zur Förderung der Durchblutung und als Anregung der Sexualität bei Männern und Frauen. Zimtpulver in Schuheinlagen wirkt sowohl gegen heiße, schwitzende als auch gegen zu kalte, schlecht durchblutete Füße, gleichzeitig ist der Zimt durch seine duftenden etherischen Öle gegen Fußpilz wirksam. Reines Duftöl aus Zimtrinde löst Blockaden und Verspannungen von Körper und Seele.

Zu diesem ohnehin breiten Anwendungsspektrum hat die moderne Medizinforschung überdies herausgefunden, daß Zimt bei regelmäßiger Einnahme größerer Mengen blutzuckersenkend wirkt. Mindestens ein Gramm Zimt pro Tag benötigt man für
diese Wirkung. Natürlich ersetzt Zimt weder Insulin noch Tabletten bei schwerem Diabetes, aber ein beginnender Diabetes mit leicht erhöhten Blutzuckerwerten
dürfte ruhig einmal versuchsweise mit Zimt behandelt werden.

Die Zimtmengen in den üblichen Zimttees reichen für eine blutzuckersenkende Wirkung nicht aus, solche Tees können Sie statt dessen gut als Entspannungstees einsetzen.

Zimthaltige Tees erhalten Sie sowohl in Ausgußbeuteln als auch lose in Ihrer Apotheke, Zimtkapseln zum Einnehmen ebenso.

Falls Sie den Zimt lieber auf althergebrachte Methode genießen wollen, habe ich hier ein leckeres Rezept für 4 Gläser alkoholfreien Gewürzpunsch mit Zimt:

1 briefmarkengroßes Stück frischer Ingwer
1 Teelöffel Kardamomfrüchte
1 Teelöffel Nelken
2 kleine Zimtstangen
1 Eßlöffel Sternanis
1 Eßlöffel Darjeeling-Schwarztee
4 Teelöffel brauner Kandis

Den Ingwer schälen, kleinschneiden und mit den anderen Gewürzen in 900 ml Wasser 5 Minuten köcheln lassen. Dann durchsieben, die Flüssigkeit erneut aufkochen und den Schwarztee damit aufgießen. 3 Minuten ziehen lassen und dann erneut absieben. Kandis in Gläser geben und mit dem Gewürz-Punsch aufgießen. Die Gläser können zum Servieren mit hineingestellten Zimtstangen verziert werden
(aus der "Apothekenwelt", 12-2004).

Dieser Gewürz-Punsch wirkt anregend, durchblutungsfördernd und als Verdauungshilfe. Genießen Sie Ihre Festtage damit !

Frohe Weihnachten wünscht Ihnen
Charlotte Erpenbeck

Erstellt 2004
Copyright © Charlotte Erpenbeck
Apothekerin

 

 
 

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Freitag8:30 bis 13:00 und 14:30 bis 18:00 Uhr
Samstag9:00 bis 13:00 Uhr

Wir stehen Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Apothekerinnen Charlotte Erpenbeck und Tanja Kramer und das Team der Alten Sonnen-Apotheke

Übrigens, die Bilder auf unserer Seite sind entweder Eigentum unserer Kooperation, der Parmapharm, oder selbst gemacht, oder aber eingekauft bei Shutterstock (und dann entsprechend gekennzeichnet)

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