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Natürliche Lebensmittelfarben

Die hier aufgeführten Lebensmittelfarben sind zum einen alle natürlicher Herkunft, zum anderen sind von ihnen kaum krankheitsfördernden oder allergieauslösenden Faktoren bekannt. Wie immer gilt allerdings: Menschen reagieren so unterschiedlich, dass wir dafür keine 100%tige Garantie übernehmen können.

Viele andere, ebenfalls natürliche Farbstoffe können bekanntermaßen durchaus Allergien hervorrufen, z.B. Safran (gelb) oder Cochenille (E 124, pink-rot). Allerdings sind solche Allergien nicht sehr häufig. Cochenille wird zum Beispiel in Lippenstiften eingesetzt, ist also vielfach in Gebrauch. Trotzdem hört man selten von Lippenstiftallergien.
Wenn Sie in Sachen Allergien aber lieber auf Nummer sicher gehen wollen, halten Sie sich an die hier angegebenen Lebensmittelzusatzstoff- Nummern (E-Nummern, auf den Packungen immer angegeben!). Diese Naturfarbstoffe rufen extrem selten Allergien oder Überempfindlichkeitsreaktionen hervor.

Manchmal kommt man nun einmal nicht ohne etwas Farbe aus- z.B. beim Kinder-Geburtstagskuchen.
E100 Kurkumin, gelb, kommt in der Gelbwurzel vor, Bestandteil des Curry.

E101 Lactoflavin, auch Riboflavin genannt, gelb, Vitamin B2, kommt von Natur aus in vielen Lebensmitteln vor (kann in Apotheken als Pulver bezogen werden)

E140 Chlorophylle a und b, grün, natürliche Farbstoffe des Blattgrüns, Gewinnung als rein natürlicher Farbstoff, da überall verbreitet (kann in Apotheken als wasserlösliches Pulver bezogen werden)

E150 Zuckerkulör, braun, wird durch Erhitzung von Zucker gewonnen. Keinerlei Chemie nötig, Zucker gibt es genug, eine preiswerte Farbe (können Sie selbst herstellen, aus karamelisiertem Zucker, der in etwas klarem Schnaps gelöst wird, außerdem erhalten sie Zuckerkulör in jedem gut sortierten Lebensmittelgeschäft)

E153 Carbo medicinalis vegetabilis, schwarz, Holzkohle, Herstellung aus Pflanzenasche (kann in Apotheken als Pulver bezogen werden)

E160 Carotinoide, orange, können im Körper zu Vitamin A umgewandelt werden, kommen in zahlreichen Pflanzen vor wie z.B. Tomaten, Möhren und Paprika, einige Carotinoide werden aber synthetisch hergestellt

E160a Carotin- Derivate, orange - gelb, Pflanzenextrakte oder synthetisch - gelten als unbedenklich

E160c Capsanthin, Capsorubin, orange-rot, Farbstoffe aus der roten Paprikaschote - gilt als unbedenklich

E160d Lycopin, orange,  Tomaten, Orangen oder synthetisch - gilt als unbedenklich

E161 Xanthophylle, orange, natürliche Farbstoffe, kommen in zahlreichen Pflanzen vor

E162 Beetenrot, Bentanin, rot, natürliche Farbstoffe aus der Wurzel der roten Rübe (wenn es auf den Geschmack nicht so ankommt, können Sie diese Farbe selbst herstellen: einfach frische rote Beete auspressen und den Saft verwenden).

E163 Anthocyane, blau, rot, violett, natürlicher Farbstoff aus Schalen der roten Weintrauben, Holunder und Preiselbeeren (auch hier können Sie selbst mit den Früchten experimentieren)

E170 Calciumcarbonat, grau-weiß, mineralische Pigmente, Kreide - gilt als unbedenklich (kann in Apotheken als Pulver bezogen werden)

E171 Titandioxid, weiß, mineralische Pigmente - gilt als unbedenklich (kann in Apotheken als Pulver bezogen werden)

E172 Eisenoxide und -hydroxide, gelb, rot, schwarz mineralische Pigmente - gilt als unbedenklich. Diese Eisensalze kommen auch in der Natur in verschiedensten Farben vor. Sie sind z.B. verantwortlich für die Rotfärbung von Oker, einer Erde, die von Malern als Farbpigment gebraucht wird. (Rotes Eisenoxid kann in Apotheken als Pulver bezogen werden, die anderen Varianten sind schwieri zu kriegen).

Wie Sie sicher gemerkt haben, werden einige natürliche Lebensmittelfarben (teil-)synthetisch hergestellt. In den meisten Fällen heißt das nicht, daß ein Chemiker im Labor die Reagenzgläser schwingt, sondern das billige natürliche Rohstoffe von Bakterienkulturen zu teureren Farbstoffen umgewandelt werden. Solche Stoffe werden dann meist nicht natürlich, sondern naturidentisch genannt. Chemisch sind diese Stoffe genauso wie der ursprünglich aus der Pflanze isolierte Stoff. Für ein Verträglichkeit eines Stoffes ist es normalerweise egal, ob er aus einer Tomate oder einer Bakterie kommt, auch das Allergiepotential verändert sich dadurch meist nicht. Die Bakterien und die aus ihnen hergestellten Farbstoffe sind nur wesentlich billiger und leichter zu lagern als die Pflanzen, in denen die Farben ursprünglich gefunden wurden.
 
Welche dieser Farben können Sie über Ihre Apotheke beziehen?
 
E100 Kurkumin in Form gemahlener Gelbwurzel
E101 Lactoflavin als Pulver
E140 Chlorophylle als Pulver
E150 Zuckerkulör als alkoholische Lösung
E153 Carbo medicinalis vegetabilis, als Pulver
E170 Calciumcarbonat, als Pulver
E171 Titandioxid, als Pulver
E172 Eisenoxide und -hydroxide, als Pulver
 
Für die anderen unbedenklichen Pflanzenfarben habe ich noch keine brauchbare Bezugsquelle für Endverbraucher gefunden, sie werden nur in Industriegebinden abgegeben und verarbeitet.
Allerdings können Sie mit Roter Beete, Holunderbeeren und Blaubeeren selbst farbigen Saft herstellen und damit experimentieren.

Erstellt 2004, update Mai 2017
Copyright © Charlotte Erpenbeck
Apothekerin