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Heilpflanzen und pflanzliche Arzneimittel

Viele alte Hausmittel fußen auf Heilpflanzen und Naturheilmitteln. Diese natürliche Medizin wird in fast allen Fällen nicht mehr von den Krankenkassen erstattet. Bevor sie jetzt Ihr schwer verdientes Geld ausgeben, wollen Sie natürlich wissen, ob der Gegenwert Ihren Erwartungen entspricht.
Pflanzliche Arzneimittel finden Sie sowohl in der Apotheke als auch teilweise frei verkäuflich im Supermarkt. Die beiden Verkaufsstellen unterscheiden sich nicht nur im Preis.
Frei verkäufliche Arzneimittel sind normalerweise erheblich schwächer dosiert. Der Gesetzgeber erlaubt den freien Verkauf nur in Stärken, bei denen auch dann keine Schwierigkeiten auftreten, wenn man sich massiv in der Dosierung vertut. Für eine arzneiliche Wirkung reichen diese geringeren Dosierungen dann oft nicht mehr. Außerdem wird mit einer geringeren Dosierung manchmal auch auf eine ganz andere Wirkung gezielt. So erhalten Sie zum Beispiel Teufelskralle frei verkäuflich in einer Wirkstärke, die bei Magenbeschwerden gebraucht werden kann. In der Apotheke ist die Teufelskralle sehr viel höher dosiert und damit als Schmerzmittel bei Rheuma und ähnlichen Erkrankungen einsetzbar.
Außerdem, und das ist der wichtigste Punkt, brauchen frei verkäufliche pflanzliche Mittel keine klinische Prüfung. das heißt aber gleichzeitig, es gibt keinen Nachweis, dass sie tatsächlich helfen.
Apothekenpflichtige Arzneimittel sind im Gegensatz zu frei verkäuflichen klinisch geprüft, das heißt, sie müssen eine exakt bemessene Menge Wirkstoff enthalten, von der man eine bestimmte Wirkung erwarten darf. Darüber hinaus müssen sie Arzneibuchqualität haben, und unser Arzneibuch setzt sehr hohe Anforderungen z.B. an Gehalt, Reinheit, Qualität, geringe Pestizidbelastung und ähnliches. Und Sie müssen von speziellen Arzneibuch-konformen Pflanzen stammen.
Warum das wichtig ist? Nun, von Salbei zum Beispiel gibt es mehrere Dutzend verschiedene Sorten. Aber nur zwei davon sind als Arzneipflanzen zugelassen. Die anderen Sorten haben unerwünschte Stoffe, die entweder schlecht schmecken, oder nicht wirksam sind, oder sogar leicht giftig sind. Und das ist nicht nur bei Salbei so.
Auf diesen Seiten gebe ich Ihnen einige Hinweise auf gebräuchliche Heilpflanzen und deren Anwendungsgebiete. Bitte fragen Sie im Zweifelsfalle in Ihrer Apotheke nach, ob die gewünschte Pflanze tatsächlich das Richtige für Ihre Beschwerden ist. Vielleicht gibt es ja auch noch etwas Besseres. Zur Zeit sind weltweit mehrere hundert verschiedene Pflanzen als Medizin im Einsatz. Naturgemäß kann ich Ihnen hier nur einen winzigen Bruchteil davon vorstellen.
Bedenken Sie: jedes Medikament, das Wirkungen hat, hat auch Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Das gilt selbstverständlich auch für pflanzliche Arzneien. Auch sind Pflanzen keineswegs automatisch ungefährlich (denken Sie nur an die Giftpflanzen, von denen viele in der Medizin gebraucht werden). Deshalb kann Ihnen kein Nachschlagebuch und keine Internetseite eine persönliche Beratung ersetzen.
Als zertifizierte Apothekerin für Naturheilkunde und Homöopathie stehe ich ihnen gerne für Auskünfte und Rat zur Verfügung.
 
Erstellt 14.09.2005, Update 13.05.2017
Copyright © Charlotte Erpenbeck
Apothekerin