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Vorbeugen gegen Alzheimer und andere Demenz-Arten?

Prophylaxe durch gesunde Ernährung und gesunde Lebensweise

Demenz, besonders in der Alzheimer-Form, ist eine heimtückische Krankheit. Unbemerkt zu Anfang, beginnt Alzheimer systematisch, das Gehirn und damit die Denkfähigkeit des Patienten zu untergraben. Die Medizin kann nach wie vor nur wenig dagegen tun. Alle derzeit in Gebrauch befindlichen Medikamente halten das Fortschreiten einer solchen Demenz für begrenzte Zeit im Zaum, mehr nicht. Irgendwann verlieren sie ihre Wirksamkeit, und die Krankheit schreitet fort bis zum bitteren Ende. Zwischen Diagnose und Tod liegen im Durchschnitt nur sieben Jahre.

Wenn man schon nichts gegen die Erkrankung direkt tun kann, kann man dann wenigstens vorbeugen?

Die gute Nachricht ist, man kann vorbeugen, innerhalb gewisser Grenzen jedenfalls. Nicht perfekt, nicht sicher, aber es ist ja auch schon eine Menge gewonnen, wenn man vor der Manifestation der Krankheit (also vor ihrer medizinischen Diagnose) ein paar zusätzliche beschwerdefreie Jahre gewinnt.

Das ist um so wichtiger, als wir immer älter werden, und Alzheimer eben im hohen Alter deutlich gehäuft auftritt. 1,2 Millionen Kranke gibt es alleine in Deutschland, Tendenz steigend.

Was also gibt es, womit Sie einer Alzheimer-Erkrankung vorbeugen können?

Zunächst einmal sind da ein paar einfache Lebensregeln, die ganz offensichtlich auch in anderen Bereichen gesund sind.

Sehen Sie zu, dass Sie beschäftigt sind. Leute, die den Tag mit sinnvollen Tätigkeiten verbringen, bekommen der Statistik nach zweimal weniger häufig Alzheimer als Leute, die wenig zu tun haben. Und zu sinnvollen Beschäftigungen zählen durchaus auch so Dinge wie Waschen, Kochen, Gärtnern usw., Sport natürlich auch. Und Spazierengehen, mindestens 10-15 Kilometer pro Woche. Was zusätzlich den Vorteil hat, dass Sie an die frische Luft kommen und alle anderen Organe ebenfalls in ihrer Funktion gefördert werden, allen voran Herz und Kreislauf. Ausserdem bekommen Sie dort Sonne ab, was wiederum den Vitamin D-Spiegel in Ihrem Körper erhöht. Und Vitamin D ist für sehr viele Stoffwechselvorgänge extrem wichtig.

Aber zurück zum Alzheimer, bzw. zu vorbeugenden Maßnahmen.

Beschäftigen Sie ihr Gehirn. Und zwar nicht nur mit Kreuzworträtseln. Da werden nämlich immer wieder die gleichen oder ähnliche Dinge abgefragt, ein Muster, das Ihr Gehirn schnell lernt und dann halb im Schlaf abspult. Trainieren Sie ihr Gehirn mit anspruchsvolleren Sachen, lernen Sie zum Beispiel Sprachen, oder, noch besser, ein Musikinstrument. Wobei Beschäftigung in Gesellschaft offensichtlich noch bessere Resultate erzielt als Beschäftigung alleine. Es sollte Ihnen zu denken geben, dass in der Berufsgruppe der Musiker extrem selten Alzheimer Erkrankungen vorkommen.
Solche herausfordernden Lernstoffe sorgen dafür, dass Ihr Gehirn eine gewisse Reserve an Nervenzellen ausbildet. Vergleichen Sie das mit dem Reservetank Ihres Autos. Mit dem Reservetank kommen Sie noch einige Kilometer weiter, wenn der Haupttank leer ist. Und mit den Reserve-Gehirnzellen können Sie Ihre Alzheimer-Erkrankung noch etliche Monate so überspielen, dass sie nach außen hin nicht in Erscheinung tritt. Mit anderen Worten, Sie können das Leben noch eine Weile länger ganz normal genießen.

Aber das ist natürlich noch nicht alles, sonst würden Sie diesen Artikel nicht bei den Diäten finden.

Auch mit Ihrer Ernährung können Sie einiges ausrichten, um Ihrem Gehirn Schutz vor Erkrankungen zu bieten.

Sorgen Sie für ausreichen ungesättigte Fettsäuren. Pflanzen- und Fischöle enthalten diese Fettsäuren. Zugegeben, Lebertran ist nicht jedermanns Sache, aber Pflanzenöle? Man kann sie prima in der Küche verwenden. Walnussöl im Salat schmeckt hervorragend. Wobei- natürlich sind genau durch diese Fettsäuren auch die Nüsse selbst gesund. Studentenfutter, diese leckere Mischung aus verschiedenen Nüssen und Rosinen, ist nicht umsonst als Gehirnnahrung bekannt.
Der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren im Blut (hoch ungesättigte Fettsäuren, die besonders in Kaltwasserfischen und eben auch Walnüssen enthalten sind) scheint direkten Einfluss aufs Gehirn zu haben. Je mehr Omega-3-Fettsäuren in ihrem Blut schwimmen, desto geringer ist das Alzheimer-Risiko, desto weniger der Beta-Amyloide können im Blut nachgewiesen werden. (Das sind die Teilchen, die als Anzeiger für eine Alzheimer-Erkrankung dienen und von denen die Forschung derzeit annimmt, dass sie entweder die Ursache oder die direkte Folge einer Alzheimer-Erkrankung sind.).

Nur hoch erhitzen sollten Sie diese Fette nicht. Fürs Frittieren und ähnliche Tätigkeiten sind sie ungeeignet, bei hoher Temperatur zersetzen sie sich.
Was Fleisch angeht, ist übrigens Hühnchen in Bezug auf die Fettsäuren das gesundeste Fleisch. Und das Fleisch freilaufender Tiere enthält generell deutlich mehr Omega-3-Fettsäuren als das Fleisch von Masttieren, egal welche Tierart Sie nehmen.

So ganz nebenbei: Diese Omega-3-Fettsäuren scheinen auch der Makuladegeneration vorzubeugen (einer Augenerkrankung, die zu Blindheit führt), das Immunsystem positiv zu beeinflussen, und bei einigen anderen Krankheiten die Beschwerden zu mildern, wie zum Beispiel einige Arten depressiver Störungen, rheumatische Arthritis, Asthma, Lupus, Nierenkrankheiten und Krebs.

Aber das ist nicht die einzige natürliche Waffe gegen Alzheimer.

Auch Curcumin wirkt offensichtlich vorbeugend. Sie kennen Curcumin nicht? Kennen Sie sicher! Curcumin ist ein Inhaltsstoff der Gelbwurzel, und die wiederum gibt dem beliebten Curry seine Farbe. Ja, genau, das, was der Currywurst den guten Geschmack gibt, schützt gleichzeitig Ihr Gehirn. Natürlich nur dann, wenn Sie wenig Wurst und viel Curry essen. Indisches Essen, chinesisches Essen, überhaupt die asiatische Küche, überall gibt es leckere Currygerichte.
Curcumin scheint die Vorstufe der Beta-Amyloid-Verklumpungen im Gehirn zu verringern. Außerdem wirkt es entzündungshemmend, antioxidativ, bindet Schwermetalle und verzögert die Degeneration der Nervenfasern. Das geht so weit, dass bei regelmäßiger Curcumin-Gabe bei Alzheimer-Patienten wieder bessere Gedächtnisleistungen festgestellt werden konnten.
Also ab zum Chinesen, Curry-Suppe essen!

Dazu passt, dass Sie dort Grüntee serviert bekommen. Grüner Tee ist generell ein gesundes Getränk. Viele Flavonoide, die gut sind für Ihre Blutgefäße, viele Mineralien, gut für Zähne und Knochen, ein wenig Coffein, als anregendes, belebendes Element. Protektiv gegen Krebs soll er auch sein.
Und wenn dieses Getränk mit den Enzymen in Ihrem Verdauungstrakt in Berührung kommt, bilden sich Stoffe, die ausgesprochen effizient die Vorstufen der Alzheimer-Plaques bekämpfen können.
Um in den vollen Genuss der Wirkung zu kommen, sollten Sie allerdings mehr als eine Tasse Grüntee am Tag trinken. Und wenn Sie jetzt sagen: "Der schmeckt mir aber nicht", dann erinnere ich Sie daran, dass es von Grüntee genauso viele verschiedene Sorten gibt wie von Schwarztee. Da ist für jeden Geschmack der richtige Tee zu finden.

Und was machen die, die grünen Tee einfach nicht trinken mögen? Sie trinken Kaffe. Auch einige Tassen Kaffee am Tag scheinen einen gewissen vorbeugenden Effekt zu haben. Bloß, dass Kaffee nicht ganz so viele nützliche Begleitstoffe hat wie Tee. Frei nach dem Motto: Kaffee ist gut, Grüntee ist besser.

 

Quellen: Veröffentlichungen im Internet durch
Annals of Indian Academy of Neurology
und der Newcastle University

Erstellt Juli 2013 Update 8.8.2017
Copyright © Apothekerin Charlotte Erpenbeck