Alte Sonnen-Apotheke, Markt 2, 49740 Haselünne im Emsland

 

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Übergewicht bei Kindern

Themen :

1.Wachstumsverhalten bei Kindern
2.Fettbedarf der Kinder
3.Was machen Sie sinnvollerweise,  wenn Sie dem dicken  Kind keine Diät verpassen sollen ?
4.Psychische Probleme mit dem Gewichtsideal
5. Schlechte Esser

1.Wachstumsverhalten bei Kindern

Kinder wachsen in den ersten Lebensjahren durchgehend und nehmen gleichzeitig an Gewicht zu. Dieses Wachstum ist nicht immer gleichmäßig. Es kann für mehrere Monate  nur wenige mm betragen, und dann wieder im cm-Tempo schießen. So ist das Wachstum eines Kindes typischerweise im 2. und 3. Lebensjahr sehr langsam.Wenn also das Wachstum zu stocken scheint, ist das kein Grund zur Aufregung. Wenn sich allerdings bei über zwei Jahre alten Kindern mehr als 6 Monate weder Längenwachstum noch Gewichtszunahme zeigt, sollten Sie einen Arzt aufzusuchen. Der Arzt kann dann mit verschiedenen Untersuchungen abklären, ob eine Wachstumsstörung vorliegt.

Einen richtigen Wachstumsschub bekommen die Kinder bei Erreichen der Pubertät.
Jungen beginnen diesen Wachstumsschub mit 13-15 Jahren, erreichen bis zum 18. Lebensjahr ca. 90% ihrer endgültigen Länge und sind mit ca. 23 Jahren endgültig ausgewachsen.
Mädchen haben diesen Wachstumsschub etwas eher und erreichen 90 % Ihrer Endgröße bereits mit 15 Jahren.

2.Fettbedarf der Kinder

Gesunde, normalgewichtige Kinder brauchen Fett. Eine Diät im klassischen Sinne ist für Kinder unsinnig, weil ihr Körper in den Wachstumsphasen deutlich mehr Energie braucht als vergleichsweise der Körper eines Erwachsenen. Insbesondere bei Kindern unter 2 Jahren würde Fettreduzierung unter Umständen zu ernsthaften Entwicklungsstörungen führen. Ältere Kinder sollten immerhin noch wenigstens 30 % ihrer Nahrungskalorien als Fett erhalten. Entsprechend wird, außer bei extrem übergewichtigen Kindern, auch für Kinder keine Reduktionsdiät empfohlen.

Alle Diätmaßnahmen laufen lediglich darauf hinaus, daß durch Umstellung der Ernährung das vorhandene Gewicht so lange gehalten wird, bis durch das zwangsläufige Längenwachstum der Körper wieder normale Proportionen hat.

Reduktionsdiäten könnten das endgültige Längenwachstum und die Leistungsfähigkeit in der Schule stark negativ beeinflussen.

Um das vorhandene Gewicht zu halten, werden also keine wie auch immer gearteten Diätprodukte eingesetzt - nicht einmal sogenannte " light " oder fettreduzierten Produkte, da Kinder, wie schon gesagt, einen etwas höheren Fettanteil von ca. 30 % brauchen .Übrigens ist ein gewisses Maß an Fett besonders während der Pubertät dringend nötig, da der menschliche Körper Fett unter anderem auch zur Hormonproduktion braucht. Entsprechend steigt im allgemeinen auch während der Pubertät der Hunger auf fette Lebensmittel. ( Aus dem gleichen Grund haben Frauen während der Zeiten, in denen ihr Körper mehr Hormone produzieren muß, oft mehr Appetit auf Fett).
3.Was machen Sie sinnvollerweise,  wenn Sie dem dicken  Kind keine Diät verpassen sollen ?

Der sogenannte „ Coutch-Potato „ (Fernseh- und Chips-knabbersüchtige Stubenhocker) ist ein typischer Kandidat für überschüssige Fettpolster. Mit dieser Charakterisierung ergibt sich auch schon Ihr Ansatzpunkt beim Umgang mit einem übergewichtigen Kind.

Das Kind wird darin geschult, sein Essen nach der Nahrungspyramide auszurichten. Das reduziert "leere" Zuckerkalorien und überschüssiges Fett, sichert aber die notwendigen Vitamine und Mineralstoffe. Kinder, die zur Eigenverantwortung für Ihr Essen geschult werden, mögen anfänglich noch weiter zunehmen, aber im Laufe der Zeit stabilisiert sich das Gewicht, oder es sinkt sogar.
Erdbeeren

Außerdem sollte das Bewegungspensum der Kinder erhöht werden. 30 Minuten am Tag, 5 Tage die Woche, wäre eine ideale Verteilung für zusätzlichen Sport. Gleichzeitig sorgen kürzere Zeiten vor Computer und Fernsehen automatisch für mehr Bewegung bei anderen Aktivitäten. Bewegung baut Muskelmasse auf, und mehr Muskeln bedeuten einen erhöhten Grundumsatz. Das heißt, der Körper eines Kindes, das mehr Muskelmasse hat, verbraucht selbst beim Schlafen schon mehr Energie als der Körper eines gleich schweren Kindes, das mehr Fett und weniger Muskeln hat.

Absolute Verbote bestimmter Nahrungsmittel bringen nichts. Im Gegenteil, Untersuchungen beweisen, daß bei strengen elterlichen Verboten die Kinder in der Regel noch mehr essen und noch mehr zunehmen. Schaffen Sie einfach eine positive Essens-Umgebung. Schokolade, die Sie nicht einkaufen, kann Ihr Kind auch nicht essen. Statt dessen sollte eine reiche Auswahl gesunder Nahrungsmittel im Haus sein.

Alleine durch Umstellung der Essensgewohnheiten kann man trotz herrlichem Sattessen gewaltig überschüssige Kalorien sparen. So sind 500 Kohlenhydratkalorien in etwa 600 g Nudeln untergebracht. Die gleiche Menge als Fettkalorien paßt dagegen in eine einzige Bratwurst.
Spaghetti

Außerdem sollte man Kinder, sofern sie alt genug dazu sind, ermutigen, ein Eßtagebuch zu führen. In dieses Tagebuch soll nicht nur eingetragen werden, was , wieviel und wann gegessen wurde, sondern auch warum. (Reguläre Mahlzeit, Frustessen, Freßattacke ) Die zugehörigen Gefühle sind sehr wichtig. Manchmal führen psychische Probleme ein Kind zu falschen Eßverhalten. Da Kinder die Welt oft anders interpretieren als wir Erwachsenen, und es uns durchaus nicht immer sagen ( da wir Erwachsenen ja auch dazu neigen, bei Kindern schlecht zuzuhören ), ist manchmal die Ursache nur in Gruppenarbeit oder bei psychologischer Betreuung festzustellen und zu bearbeiten.

Es ist sinnlos, mit strengen Diätvorschriften und Gewichtsdiskussionen die Aufmerksamkeit des Kindes auf Essen und Körpergewicht zu fixieren. Eine Speisefolge von drei Hauptmahlzeiten und drei Klein-Imbissen, über den Tag verteilt, ausgerichtet auf die Nahrungspyramide und auf  gesunde Lebensmittel darin , die das Kind wirklich gerne essen mag, sind zusammen mit einem gesunderen Lebensstil  und liebevoller psychischer Unterstützung die bessere Alternative. Je früher eine dauerhafte Umstellung der Ernährungsgewohnheiten stattfindet, desto wahrscheinlicher hat das Kind einen gesunden Start ins Erwachsenenleben.

4.Psychische Probleme mit dem Gewichtsideal

Da das gängige Schönheitsideal zur Zeit immer noch die gertenschlanke Bohnenstange ist, und die Kinder überall damit konfrontiert werden ( nicht zuletzt auch durch die Barbie-Puppen), kommt es vor, daß sich selbst normalgewichtige Kinder als zu dick empfinden. Besonders stört es Mädchen, daß sie keine Taille haben, sondern ein wohlgerundetes kleines Bäuchlein.

Bestärken Sie ihr Kind nicht darin, sondern sagen Sie nur, daß sein Gewicht in Ordnung ist und es normal und gesund aussieht. Erklären Sie ihrem Kind, daß sich die typischen erwachsenen Körperproportionen inklusive Taille mit zunehmendem Alter von alleine einstellen. Fangen Sie keine langen Diskussionen über "Bauch oder nicht-Bauch" an. Kinder, die sich zu stark mit Gewicht und Aussehen auseinandersetzen, laufen Gefahr, eventuell an Eßstörungen wie Magersucht oder Bulimie zu erkranken. Vermitteln Sie ihrem Kind nur, daß es ihrer Meinung nach gut aussieht  und daß Sie es so mögen, wie es ist. Ein gutes Selbstwertgefühl und Selbstbewußtsein sind die beste Vorbeugung vor selbstzerstörerischen Verhaltensweisen und Süchten.
5. Schlechte Esser

Schlechte Esser gibt es sowohl unter normalgewichtigen wie auch unter übergewichtigen Kindern, die folgenden Eßregeln gelten für beide Gruppen!

Kinder neigen in der Regel nicht dazu, freiwillig zu verhungern. Wenn Sie ein Kind haben, das schlecht ißt oder sehr viele Lebensmittel ablehnt, bieten Sie dem Kind das Essen nach den Richtlinien der Nahrungspyramide an, verteilt auf 5-6 Mahlzeiten am Tag. Lassen Sie sich auf keinen Machtkampf ein. Setzen Sie 3o Minuten für das Essen an, und stellen Sie die übriggebliebenen Rest kommentarlos weg. Bieten Sie dem Kind kein Ersatzessen an, wenn es etwas nicht essen will. Kinder lernen schnell,ob die Eltern nachgeben oder nicht. Nur wenn das Kind deutlich untergewichtig oder krank ist, darf Wunschkost in kleineren Intervallen angeboten werden.

Bis zum Alter von 6 Jahren legen Kinder ihre Ernährungsgewohnheiten schon ziemlich fest. Danach wird es schwierig, sie an neues Essen heranzuführen. Sie können kleinen wählerischen Kieskauern vorbeugen, indem Sie ihrem Kind zwischen dem zweiten und sechsten  Lebensjahr so viele verschiedene Lebensmittel wie möglich zum Probieren anbieten. Ein Kind, das mit 4 Jahren bereits z.B. zwanzig verschiedene Gemüse kennt und probiert hat, wird wahrscheinlich in späteren Jahren immer auch etwas Gemüse essen mögen ( auch wenn es dann vielleicht nur noch fünf Sorten sind, die das Kind mag).
Pastinaken- ein gesundes, aber meist unbekanntes Gemüse

Bieten Sie immer erst nur ein oder zwei Löffel von etwas Neuem an, und zeigen Sie dem Kind , daß Sie dieses Gericht gerne essen. Da Kinder für ihr Leben gerne Erwachsene nachahmen, ist die Chance groß, daß auch Ihr Kind dieses Essen mögen wird. Wenn Sie neue Gemüse ausprobieren, lassen Sie Ihr Kind erst das rohe Gemüse probieren ( außer bei Bohnen, die sind roh sehr unbekömmlich ! ). Viele Gemüse schmecken roh milder , und die Kinder probieren sie lieber.

Zwingen Sie ihr Kind aber nie, zu essen, und kritisieren Sie nicht, wenn es langsam ißt.
Erstellt Juli 2003
Copyright © Charlotte Erpenbeck
Apothekerin
 

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Apothekerinnen Charlotte Erpenbeck und Tanja Kramer und das Team der Alten Sonnen-Apotheke

Übrigens, die Bilder auf unserer Seite sind entweder Eigentum unserer Kooperation, der Parmapharm, oder selbst gemacht, oder aber eingekauft bei Shutterstock (und dann entsprechend gekennzeichnet)

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