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Wie sollen Sie die Homöopathie einnehmen? Zunächst einmal die Mengen. Eine einzelne Dosis entspricht einer Tablette. Eine einzelne Tablette entspricht einer Messerspitze Trituration (Verreibung, Pulver) oder 3-7 Tropfen oder 3-7 Globuli. Wobei Säuglinge und Kleinkinder im Normalfall je Anwendung ein bis drei Tropfen oder Globuli bekommen, Kinder drei bis fünf und Erwachsene fünf bis sieben Tropfen oder Globuli. Höhere Mengen als die hier angegebenen werden häufig verordnet und können ohne Bedenken genommen werden. Die ober erwähnten Mengen sind eher grobe Richtlinien. Im akuten Erkrankungsfall werden die Mittel zunächst häufig genommen. Von alle paar Minuten bei Kreislaufproblemen bis zu viertel-oder halbstündlicher Einnahme bei Fieber reicht die Bandbreite. Bei Abklingen der stärksten Beschwerden wird auf eine Gabe alle zwei Stunden reduziert. Bei Ausklingen der Erkrankung oder bei chronischen Erkrankungen gibt man zwei-bis dreimal täglich eine Dosis. Manchmal nehmen gerade bei einem optimal ausgesuchten Mittel die Beschwerden nach der ersten Einnahme deutlich zu. Diese sogenannte Erstverschlimmerung zeigt dem behandelnden Therapeuten, daß er das richtige Mittel getroffen hat. Da diese Verschlimmerung aber den Patienten stark belastet, wird vor der nächsten Gabe eine deutlich längere Pause eingelegt. Sollten die Beschwerden sich so steigern, daß sie nicht auszuhalten sind, muß die Wirkung abgebrochen werden. Dazu reicht eine Tasse starker Kaffee, da wie oben schon erwähnt, Koffein die Wirkung der Homöopathie zunichte macht. Vorsicht: Hochpotenzen dürfen niemals häufig genommen werden! Sie sollten mit mehreren Tagen bis mehreren Wochen oder sogar Monaten Abstand eingenommen werden. Halten Sie diese Abstände nicht ein, können Sie schnell in ein sogenanntes Arzneimittelbild geraten, das heißt, die erstrebte Wirkung kehrt sich um, und zwar in einem Ausmaß, daß es bis zu einer völligern Veränderung der Persönlichkeit kommen kann und die körperlichen Symptome Krankheitswert annehmen. Komplexmittel sind in der Regel keine Hochpotenzen, sondern Mischungen von Einzelmitteln in niedriger Potenz, deren Wirkung sich ergänzt. Bei Krankheiten wie Erkältungen, bei denen ja oft auch ein ganzes Bündel von verschiedenen Symptomen auftritt und bekämpft werden soll, macht das auch Sinn. Für andere Erkrankungen ist es dagegen mehr so etwas wie eine Ladung Schrot. Eines der vielen Teile wird schon treffen. Und der Rest ist immerhin harmlos. Für die Selbstmedikation empfehle ich trotzdem gerne Komplexmittel, weil die Auswahl erheblich einfacher ist. Sie gehen einfach, wie sie es von anderen Medikamenten auch gewohnt sind, nach der Diagnose der Krankheit und den störendsten Symptomen vor. Wer sagt Ihnen, welche Mittel Sie brauchen? Sie können mit Eigeninformation anfangen. Es gibt viele gute und sehr ausführliche Bücher zum Thema Homöopathie. Dann gibt es natürlich noch die Heilberufe; Apotheker, Heilpraktiker und Ärzte. Beachten sie bitte die feinen Unterschiede: Heilpraktiker und Ärzte dürfen Diagnosen stellen und behandeln. Apotheker dürfen zu vorhandenen Diagnosen und Behandlungen Medikamente aussuchen und beraten. Bei Vorliegen eines Rezeptes, egal ob vom Heilpraktiker oder vom Arzt, muß der Apotheker in jedem Falle das liefern, was auf dem Rezept steht, es sei denn, er erkennt, daß offensichtlich ein Fehler oder ein Irrtum vorliegt. Apotheker, Heilpraktiker und die meisten Ärzte, die mit Homöopathie arbeiten, sind in Sachen Homöopathie in der Regel so etwas wie Teil-Fachleute. Sie haben meist eine Zusatzausbildung und eine umfangreiche praktische Erfahrung. In dem eng begrenzten Bereich der Geburtskunde gehören auch Hebammen zu dem Kreis der Verordner, ebenso arbeiten manche Zahnärzte auch mit Homöopathie. Meistens beschränken diese "Auch-Homöopathie-Fachleute" sich auf eine Behandlung mit niedrigen Potenzen und Komplexmitteln. Um mit hohen Potenzen wirklich sicher arbeiten zu können, bedarf es mehr. Hier sind die richtigen Vollblut-Homöopathen gefragt, Ärzte mit dem Fachgebiet Homöopathie. Diese Ärzte sind leider nicht sehr dicht gesät. Auskunft, wo sie einen entsprechenden Arzt finden können, gibt eventuell die Ärztekammer. Oder das Internet. Ein homöopathischer Arzt behandelt nicht mehr Symptome, sondern den ganzen Menschen, Stimmungen, Ängste, vergangene Malessen und fast vergessene Kindheitserinnerungen inclusive. Sie erkennen das an einer langen Anamnese. Das ist die Erhebung der Krankengeschichte des Patienten. Die kann durchaus ein bis zwei Stunden dauern und so merkwürdige Fragen umfassen wie "Liegen Sie beim Schlafen lieber auf der linke oder rechten Seite", "Kriegen Sie in der Sonne Kopfschmerzen" "Mögen Sie lieber Saures oder Süßes?" "Stecken Sie beim Schlafen den Fuß unter der Bettdecke hervor?" usw. Aber das führt auf jeden Fall schon weit aus der Selbstmedikation hinaus.
Erstellt 29.September 2007
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