Alte Sonnen-Apotheke, Markt 2, 49740 Haselünne im Emsland

 

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Homöopathie - Herstellung

Herstellung homöopathischer Arzneiformen

Homöopathische Medikamente sind nach bestimmten Regeln verdünnte (potenzierte) Naturstoffe. Sie werden nach den Vorschriften des homöopathischen Arzneibuchs hergestellt.

Wie wird verdünnt?

Ausgangstoff ist der frisch gepreßte Pflanzensaft. Der wird mit verdünntem Alkohol im Verhältnis 1:10 (D-Potenzen) oder 1:100 (C-Potenzen) verdünnt. Eine bestimmte Schütteltechnik gehört unbedingt dazu. Von dieser Verdünnung wird eine weitere Verdünnung 1:10 /1 : 100 gemacht usw. 6 mal verdünnen ergibt D6, 10 mal verdünnen D10 usw. Bei festen, unlöslichen Stoffen wird statt einer alkoholischen Lösung eine Verreibung gemacht, 1 Teil Feststoff auf 9 Teile Milchzucker. Ab D8 ist selbst ein schlechtlöslicher Stoff soweit verdünnt, daß dann auch mit Flüssigkeit weiterverdünnt werden kann.

Die erste Form homöopathischer Arzneimittel ist also die potenzierte, alkoholische Lösung.

Und die Globuli? Das ist die zweite Form homöopathischer Arzneimittel. Grlobuli ist der lateinische Name für kleine Kügelchen. Diese bestehen in der Grundmasse aus ganz normalem Zucker. Die kleinen Zuckerkügelchen werden mit einer passenden Potenz (Verdünnungsstufe) einer alkoholischen Lösung übergossen und solange vorsichtig gerührt, bis das Lösungsmittel Alkohol verflogen ist.

In den niedrigen Potenzen ist also durchaus noch einiges vom Ausgangsmaterial nachweisbar. Allergiker sollten daher darauf achten, nur mit Potenzen zu arbeiten, die über D8 liegen. In meiner Apotheke halte ich D12-Potenzen vorrätig, da besteht überhaupt keine Allergiegefahr mehr. Noch höhere Potenzen sollten Sie aber nicht in der Selbstmedikation anwenden. Irgendwo zwischen D12 und D30 verändert sich das Wirkbild der Homöopathie wieder gravierend. Plötzlich betrifft die Information nicht mehr nur den Körper, sondern auch die Seele. Die geistige Befindlichkeit verändert sich. Im Extremfall kann das Mittel zur einer völligen Veränderung der Persönlichkeit führen. Diese extrem stark wirkenden Potenzen sollten den Fachleuten vorbehalten bleiben. Sie werden ohnehin meist nur mit einer einmaligen Gabe angewendet und kommen daher für eine Hausapotheke nicht in Frage.

Optimal für die Hausapotheke sind also die Potenzen D6 bis D12, und zwar in Globuli. Warum? Zum einen sind Globuli ewig lange haltbar. Klar, es steht ein Verfalldatum darauf. Das muß sein, unsere Gesetze verlangen das. Man hat allerdings mit Globuli, die noch aus Hahnemanns Zeiten stammen, Versuche angestellt. Die 200-jährigen Arzneien halfen noch so gut wie am ersten Tag. Sie beurteilen am besten selbst, wie lange Sie ihre Globuli aufbewahren möchten.

Die flüssige Form mit Alkohol wäre natürlich auch gut haltbar. Leider ist diese Anwendungsform bei Tieren unbeliebt (Homöopathie wirkt natürlich genauso bei Tieren), und bei alkoholkranken Menschen absolut fehl am Platz. Die Anwendung bei Kindern dagegen wird eher aus psychologischen oder pädagogischen Gründen abgelehnt. Ein Glas Apfel- oder Orangensaft enthält deutlich mehr Alkohol als eine Portion homöopathischer Medizin und wird den Kindern schließlich auch bedenkenlos gegeben.

Die dritte Anwendungsform sind übrigens die Verreibungen (Pulver) mit Milchzucker oder die aus ihnen gepreßten Tabletten. Die sind abwechslungshalber wirklich nicht so lange haltbar, und zwar wegen des Milchzuckers. Außerdem gibt es eine nicht unerhebliche Anzahl Menschen, die auf Milchzucker allergisch reagieren.

Mittel der ersten Wahl sind also für mich die Globuli.

Erstellt 27.September 2007
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