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Apothekertipp im Januar
WEIHRAUCH - EIN KÖNIGLICHES GESCHENK
Jedes Kind dürfte bei uns mit den Weihnachts-Gaben der Heiligen Drei Könige vertraut sein- Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Diese Gaben stehen nicht nur für luxuriöse Kostbarkeiten, sondern sie haben auch medizinischen Wert. Stellvertretend will ich heute den Weihrauch einmal unter die Lupe nehmen.
Seit über 4000 Jahren ist Weihrauch nicht nur als leicht berauschendes Räuchermittel in religiösen Kulten bekannt, sondern wird auch als Arzneimittel genutzt. Bereits im alten Babylon und Ägypten war Weihrauch hochgeschätzt. Ein alter ägyptischer Medizinal-Papyrus erwähnt über 900 Rezepturen alleine mit Weihrauch. Von Erkrankungen der Atemwege und des Magen-Darm-Traktes über Wundbehandlung und Desinfektion bis zur kosmetischen Anwendung reichte die Palette.
Das aromatische Harz des arabischen Weihrauchbaumes (Boswellia sacra) wurde zu allen Zeiten teuer gehandelt. 30 g Weihrauch kosteten im Mittelalter mehr als eine Kuh. Eben dieser hohe Preis aber ließ den Weihrauch in den letzten Jahrzehnten als Arzneimittel in Vergessenheit geraten.
Heute besinnt sich die Pharmazie auf viele alte Pflanzenschätze. Und zu diesen Schätzen gehört auch die königliche Gabe der Bibel.
Weihrauch wird heute nicht nur in der traditionellen Medizin des Orients und der ayurvedischen Medizin Indiens eingesetzt, sondern gelangt zunehmend ind Fadenkreuz modernster pharmazeutischer Forschungen. Fertigmedikamente mit Weihrauch sind in Deutschland noch nicht im Handel, dürfen aber auf ärztliche Verordnung importiert werden..
Weihrauch beeinflußt die Cytokine, Botenstoffe, die im Körper von verschiedenen Zellen benötigt und produziert werden. Dadurch hat Weihrauch ein breites Anwendungsspektrum. Von Asthma über Rheuma reicht es bis zu Hauterkrankungen. Allen gemeinsam sind Entzündungsvorgänge im Körper, die durch Weihrauch positiv beeinflußt werden könne.
Weihrauch wird auch bei einigen Arten von Hirntumoren gegen die begleitenden odematösen Schwellungen im Gehirn eingesetzt. Zwar hat Weihrauch keine nachweisbaren Effekte auf den Tumor selbst, aber die negativen Begleiterscheinungen des Tumors konnten mit Weihrauch deutlich reduziert werden.
Damit wird klar: es war nicht nur der betäubende Duft von Weihrauch, der dieses Harz vor 2000 Jahre als königliches Geschenk dem Gold gleichsetzte
Weiterführende Links zu den Heiligen Drei Königen :
http://home.t-online.de/home/mnagel/wissen02.htm
http://www.weihnachtstipps.com/weihnachten/weihnachtsgedichte/texte/20.html
http://www.weihnachten.fk9.de/Hl3Koenige.htm
Weiterführende Links zu Weihrauch:
http://www.heilpflanze.ch/weihrauch.htm
http://www.uni-mainz.de/~pfeim016/incens/
http://pharm1.pharmazie.uni-greifswald.de/systematik/6_droge/olibanum.htm
Mit herzlichen Grüßen zum Dreikönigs-Fest
Charlotte Erpenbeck
Apothekertipp im Februar
AROMATHERAPIE
Düfte wirken direkt in einem der stammesgeschichtlichen ältesten Teile des Gehirns. Damit können sie verblüffende Wirkungen entfalten. Düfte haben unmittelbaren Einfluß auf Ihre Stimmung und Ihre Leistungen. Sie triggern auch Ihr Erinnerungsvermögen : Ein bestimmter Duft kann unverhofft Erinnerungen an lange zurückliegende Ereignisse wieder heraufbeschwören.
Unser Gehirn benötigt nur winzige Spuren von Düften. Wir brauchen Sie dabei nicht einmal bewußt riechen zu können. Kaufhäuser nutzen unterschwellig wirkende Raumdüfte, um ihre Kunden zum Kaufen anzuregen. Weil mit modernen Methoden gegerbte Leder weitgehend geruchlos sind, werden Lederartikel mit künstlichem Lederduft versehen, um dem Kunden Fabrikfrische zu signalisieren.
Düfte wirken auch medizinisch. Beispiele: Eukalyptus und Pfefferminze sind Ihnen bei Erkältungen wohlbekannt. Zitronenduft wirkt anregend auf die Gehirnleistung. In Studien hat regelmäßig gebrauchter Zitronenduft sogar bei Alzheimer-Patienten eine bessere Konzentrationsfähigkeit erbracht.
Wenn Sie Düfte benutzen, sollten Sie folgendes beachten:
Falls Sie eine medizinische Wirkung des Duftöls anstreben, benutzen Sie möglichst nur ein einzelnes, reines etherisches Öl oder Duftmischungen, die für einen medizinischen Zweck optimal aufeinander abgestimmt sind (zum Beispiel Eukalyptus und Latschenkiefer bei Erkältungen).
Sie sollten nur wenige Tropfen Duftöl einsetzen, da zu intensiver Duft oft abstoßend wirkt und für manche Menschen sogar krankheitsauslösend ist(Übelkeit, Kopfschmerzen, Migräne).
Duftöle bitte nicht direkt mit Feuer in Verbindung bringen. Die Wirkung entfaltet sich besser, wenn sie die Duftöle in eine Schale mit Wasser geben. Diese Schale setzen Sie dann auf die Heizung oder auf ein Teelicht. Das Wasser sorgt dafür, daß die Duftöle nicht so weit erhitzt werden, daß sich
schädliche Verbrennungsprodukte bilden können.
Je nach Sorte kosten die meisten Duftöle zwischen einem und zehn Euro. Ein Fläschchen enthält normalerweise 10 ml, was in etwa 200 bis 400 Tropfen entspricht. Und Sie brauchen ungefähr drei bis fünf Tropfen pro Anwendung. Die Kosten liegen also nur im Centbereich.
Natürlich können Sie fast alle gängigen etherischen Öle für die Aromatherapie auch in Ihrer Apotheke bekommen.
Einige Links zur Aromatherapie:
http://www.bdh-online.de/Behandlungen/index.cfm
Verzeichnis von Heilpraktikern, die mit Aromatherapie arbeiten
http://www.pops.de/isotrop/freeware.htm
Aromatherapie-Freeware zumn Download
http://www.hobbythek.de/archiv/252/
WDR-Hobbythek-Sendung zum Thema Aromatherapie
Viel Spaß beim Experimentieren wünscht Ihnen
Charlotte Erpenbeck
Apothekertipp im März
Fitness für Ihr Immunsystem
Der Winter ist zu Ende- aber die Erkältungssaison scheint ungebrochen.
In vielen Fällen ist Ihr Immunsystem einfach so mitgenommen, daß es nicht mehr ausreichend reagieren kann.
Woran merken Sie, ob Sie oder Ihre Familienangehörigen ein geschwächtes Immunsystem haben, und was können Sie dagegen tun ?
Anzeichen für eine Abwehrschwäche bei Kleinkindern:
Mehr als 12 Erkältungen im Jahr
Einzelne Erkältungen dauern länger als 4 Tage oder verlaufen sehr schwer
Regelmäßig sind auch Mittelohr oder Nasennebenhöhlen mit entzündet
Das Kind scheint sich nie so richtig zu erholen
Das Kind wirkt schmal und blaß und ist kleiner als seine Altersgenossen
Anzeichen für eine Abwehrschwäche bei älteren Kindern und Erwachsenen
Mehrere Infekte im Abstand von nur wenigen Tagen oder Wochen
Schwerer Verlauf der Infekte
Das Gefühl von Schwäche und Zerschlagenheit, oft gekoppelt mit Lustlosigkeit und Antriebsschwäche
Kleinere Verletzungen heilen schlecht
Ihre Immunsabwehr kann durch diese Dinge geschädigt werden:
Behandlung mit Antibiotika
Behandlung mit Cortison
Häufiger Schmerzmittelgebrauch
Behandlung mit Zytostatika
Behandlung mit Immunsuppressiva
wiederholte Narkosen
Operationen
Schwere Verletzungen
Streß
Anhaltende körperliche oder seelische Belastungen
Rauchen
Alkohol
Abnehm-Diäten
Intensives Sonnen (auch auf der Sonnenbank)
Intensiver Freizeitsport und Leistungssport
Unterstützen können Sie Ihr Immunsystem mit:
Optimaler Raumtemperatur (unter 23 Grad bzw. im Schlafraum unter 18 Grad)
Optimale Luftfeuchtigkeit (nicht unter 50 %, häufiges Lüften)
Bewegung im Freien bei jedem Wetter
Ausreichend Ruhe und Schlaf
Kein Rauchen, auch kein Passivrauchen
Kneipp-Anwendungen wie Wechselduschen
Regelmäßig Sauna
Vollwertiges, vitaminreiches Essen
Stärken können Sie Ihr Immunsystem mit:
Roter Sonnenhut (Echcinacea)
Wasserdost (Eupatorium)
Kermesbeere (Phytolacca)
Lebensbaum (Thuja)
Wilder Indigo (Baptisia)
Da einige dieser Pflanzen auch giftig sind, sollten sie nur in Fertig-Arzneimitteln oder in homöopathischen Zubereitungen gebraucht werden.
Beispiele für pflanzliche Fertig-Arzneimittel, die Ihr Immunsystem stärken:
Echinacin Madaus
Echinacea Stada
Esberitoc
Meditonsin
Contramutan
Wie wirken pflanzliche Immunstärker ?
Einige Inhaltsstoffe wirken direkt gegen Viren ( Thuja, Echinacea).
Sie aktivieren die Bildung von Antikörpern
Sie erhöhen die Anzahl und die Aktivität der Freßzellen im Blut
Sie sorgen für vermehrte Bildung von Botenstoffen, die die Immunabwehr stimmulieren.
Wie sollten diese Medikamente gebraucht werden?
Gleich bei den ersten Anzeichen eines Infektes
Für Kinder und Erwachsene gleichermaßen 3xtäglich in einer dem Alter entsprechenden Dosierung
Am besten lutschen oder möglichst lange einfach im Mund behalten, da die Wirkstoffe bereits über die Mundschleimhaut aufgenommen werden.
Vorbeugend auch als Kur nach einem starken Infekt
Vorsicht: Im akuten Fieberstadium sollten Sie Immunstimmulantien nicht geben, auch nicht bei Krankheiten wie Rheuma, wo das Immunsystem zu stark auf Zellen des eigenen Körpers reagiert.
Kommen Sie gesund in den Frühling !
Charlotte Erpenbeck
P.S.: Alle erwähnten Mittel können Sie ohne Rezept in jeder öffentlichen Apotheke bekommen. Die Preise liegen meist deutlich unter 10 Euro pro Packung, und für Kinder gibt es neben den Lutschtabletten auch alkoholfreie Saftzubereitungen.
Ihre Apotheke berät Sie gerne !
Apothekertipp im April
DER (OSTER-) HASE, MEDIZINISCH BETRACHTET ...
Die zweifelsohne beliebteste Form des Osterhasen ist der Schokoladenhase. Schokolade ist nicht nur ein süßer Genuß, sie hat auch eindeutig medizinische Wirkung. Als Seelentröster und mildes Antidepressivum hat sie sich immer bewährt. Der Wirkstoff steckt im Kakao.
Dieser wiederum hat noch andere, potente Inhaltsstoffe: Die Azteken-Indianer in Mexiko mischten Vanille mit einem Kakaogetränk zu einer ungeheuer anregenden Mischung für den Mann...
Aber auch in seiner sozusagen natürlichen Form, als schlichter Feldhase, ist der Hase in früheren Zeiten medizinisch zum Einsatz gekommen. Am naheliegendsten ist natürlich seine Verwendung bei Unfruchtbarkeit. Schließlich ist der Hase eines der produktivsten Säugetiere, was seinen Nachwuchs angeht. Getrocknete Hasen-Gebärmutter, als Pulver in einen Wein gegeben, war im Mittelalter ein durchaus gebräuchliches Medikament für unfruchtbare Frauen.
Etwas weniger gebräuchlich war die Verwendung von Hasenfett bei Verletzungen, so wurde z.B. bei Pfeilwunden eine Mischung aus zerstoßenen Flußkrebs-Schalen und Hasenfett auf die Wunde gepackt, um damit die Splitter des Pfeiles aus der Wunde zu ziehen.
Die heilige Hildegard von Bingen verwendete die Galle frisch geschlachteter Hasen für die Behandlung von schuppenden Hauterkrankungen, insbesondere der Psoriasis. Stallhasen dürfen auch verwendet werden, aber die Galle muß unbedingt frisch und noch körperwarm sein. Die Wirkung dieser Hasenmedizin dürfte nach heutigen Gesichtspunkten nicht so ganz zufriedenstellend gewesen sein...
Unsere Neuzeit sieht den Hasen wesentlich prosaischer. Auch heute gibt es Hasen in der Medizin, aber hier als eine typische Wortbildung im heutigen Gesundheitswesen. Wenn Ihr Mediziner von HASE und IGEL spricht, meint er nicht etwa die bekannte Fabel , sondern: Hilfe Als Sachleistung Entgegenzunehmen (HASE), das ist das, was die Kassenpatienten in der Regel tun. Im Gegensatz dazu bedeutet IGEL : Individuelle GEsundheitsLeistungen , und das ist das, was Sie als Patient selbst und in bar bezahlen dürfen.
Zu guter Letzt noch eine versöhnliche Nachricht: Nicht einmal die moderne Medizin kommt ganz ohne den Hasen als Sympathieträger aus. Sehen Sie doch einmal im Internet auf dieser Seite nach : http://www.stanna.at/kinder/moritz_01.html , da informiert Hasi Moritz in einer liebevoll von Christiane Nöstlinger illustrierten Geschichte Kinder zum Thema Polypen- und Mandeloperationen, angeboten vom Sankt-Anna-Kinderspital in Wien.
Ich wünsche Ihnen frohe Ostertage !
Charlotte Erpenbeck
Apothekertipp im Mai
UNTERGEWICHTIGE KINDER
Untergewicht bei Kindern und Jugendlichen ist kein kosmetisches Problem. Wenn dem wachsenden Körper Nährstoffe fehlen, leidet der ganze Körperbau inklusive des Gehirns. Chronisch unterernährte Kinder bleiben klein, anfällig für Krankheiten, auch die schulischen Leistungen sind stark beeinträchtigt. Die sexuelle Entwicklung ist möglicherweise ebenfalls verzögert oder stark gestört.
Wenn Kinder vorübergehend nicht viel essen, bedingt durch Krankheiten oder Verletzungen, ist das allerdings noch kein Grund, besorgt zu sein. In diesen Fällen kann die Nahrungsverweigerung als Teil eines natürlichen Heilungsprozesses gewertet werden.
Ißt Ihr Kind allerdings chronisch zu wenig, stochert nur wie ein Suppenkasper auf dem Teller herum und verweigert wichtige Lebensmittel über längere Zeit völlig, dann sollten Sie mit dem Kinderarzt reden. Er kann Ihnen sagen, ob Ihr Kind seiner Entwicklung und seinem Gewicht nach noch der Norm entspricht.
Zu wenig Nahrung bedeutet auch zu wenig Vitamine und Mineralstoffe. Falls die aufgenommene Kalorienmenge im unteren Sollwert liegt, sollten Sie Ihrem Kind vorsichtshalber ein Mineralstoff- und Vitaminpräparat geben. Es existiert mittlerweile eine reiche Auswahl von Produkten, die auf jedes Alter und jeden Geschmack zugeschnitten sind. Außerdem sollten Sie Ihrem Kind Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte anbieten, Obst, Gemüse, Getreide, Milchprodukte, die zusätzlich mit pflanzlichen Ölen oder Sahne angereichert sind.
Sofern die Nahrungsmenge Ihres Kindes tatsächlich unterhalb der mindestens notwendigen Kalorienaufnahme liegt, kommen Sie nicht um eine Ergänzungsnahrung herum. Es gibt spezielle, hochkalorische Trinkpäckchen oder individuell dosierbare Pulver, die wie Säuglingsnahrung nur noch mit abgekochtem Wasser angerührt werden müssen. Trinknahrungsmarken wie z.B. Clinutren junior von Nestle sind auf den speziellen Nährstoffbedarf Heranwachsender eingestellt und können ab dem zweiten Lebensjahr bedenkenlos gebraucht werden.
Solche Spezialtrinknahrung kann übrigens auch chronisch kranken Kindern gegeben werden, die oft durch die Krankheit, ihre Medikamente oder krankheitsbedingten Bewegungsmangel stark unter Appetitlosigkeit leiden. Ein bis zwei Portionen am Tag reichen meistens als Zusatz schon aus. Die Trinknahrung kann nach Geschmack des Kindes gewürzt werden (beliebt ist z.B. eine kräftige Nesquick-Kakaonote). Zusatznahrung in Trinkpäckchen wird auch mit fertigen Geschmacksnoten wie Kakao, Vanille, Banane oder Waldbeere in jeder Apotheke angeboten.
Unter der gebührenfreien Hotline-Nummer 0800-1001635 der Firma Nestle können Eltern weitere Informationen und eine Broschüre anfordern, ebenso auf der website www.nutrinews.de
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Appetit !
Charlotte Erpenbeck
P.S.: Natürlich gibt es solche Zusatznahrung auch für Erwachsene
Apothekertipp im Juni
Urlaubs-Andenken Hepatitis
Sommer, Sonne und Süden locken auch in diesem Jahr wieder tausende von Urlaubern in ferne Länder.
Was sie oft nicht wissen : Bereits im Mittelmeergebiet besteht eine relativ hohe Gefahr, sich eine Hepatitis einzufangen. Faustregel: Je weiter südlich das Urlaubsland liegt und je ärmer die Bevölkerung ist, desto verbreiteter ist die Hepatitis.
Es gibt zwei Haupttypen dieser Krankheit. Hepatitis B wird durch Blut und Körperflüssigkeiten übertragen. Sie gehört zu den drei Infektionskrankheiten mit der weltweit höchsten Todesrate. Und wenn Sie die Hepatitis B überleben, können Sie als lebenslanges Andenken Leberzirrhose und später Leberkrebs davontragen.
Durch die Art der Übertragung gibt es neben der Impfung nur einen zuverlässigen Schutz : Kondome.
Hepatitis A wird übertragen durch verunreinigtes Wasser und verschmutzte Lebensmittel. Auch der Koch im 5-Sterne-Urlaubshotel kann Virusträger sein und Sie über das leckere Buffet anstecken. Neben der typischen Gelbsucht leiden die Erkrankten unter Fieber, Schüttelfrost und Gelenkschmerzen. Die Krankheit kann sich mehrere Wochen hinziehen. Tückisch ist, daß viele Erkrankte zwar äußerlich gesund erscheinen, aber das Virus trotzdem um sich verteilen. Besonders Kleinkinder erkranken oft nur sehr leicht, wirken dann aber als wahre Keimschleudern für alle Kontaktpersonen, insbesondere die Familienangehörigen.
Mittlerweile gibt es eine Kombinationsimpfung gegen beide Hepatitis-Typen, die jahrelangen Schutz bietet. Auch Kinder können gegen Hepatitis geimpft werden.
Zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen und eine weitere nach sechs Monaten sorgen dafür, daß Sie in den Folgejahren Ihren Last-Minute-Urlaub in Ruhe genießen können.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Urlaub !
Apothekerin Charlotte Erpenbeck
Apothekertipp im Juli
Tipps für Wanderer
Das Wandern ist nicht nur des Müllers Lust - es ist auch ausgesprochen gesund. Eine gelenkschonende Ausdauersportart, die in jedem Alter durchgeführt werden kann. Es muß nicht gleich das moderne "Nordic Walking" sein, auch Großvaters herkömmliche Methode ist gesund und macht Spaß.
Wandern enpfiehlt sich für völlig Unsportliche als Einsteigersportart. Der Bewegungsapparat wird gekräftigt; und die regelmäßige, maßvolle Tätigkeit regt das Herz-Kreislauf-System an. Zweimal die Woche eine halbe Stunde mindestens sollte es schon als Minimum sein. Angenehmer Nebeneffekt: Sie verbrennen viel Fett, tanken Sauerstoff und können sich in freier Natur herrlich entspannen. Wanderer haben keinen Streß und keinen Leistungsdruck.
Wie sollten Sie sich ausstatten ?
Gut sitzende Schuhe mit griffigem Sohlenprofil sind ein Muß. Richtige Wanderschuhe umfassen auch den Knöchel und verringern damit deutlich die Gefahr umzuknicken. Die Schuhe sollten aus atmungsaktivem Material sein, an den Knöcheln gut gepolstert, und nicht zu eng sitzen. Ihr Fuß sollte sich in dem Schuh noch bewegen können, und ein dicker Socken sollte mit hineinpassen. Vor größeren Wanderungen müssen Sie sicherstellen, daß Ihre Schuhe gut eingelaufen sind. Vorsichtshalber können Sie natürlich noch ein gutes Blasenpflaster aus Ihrer Apotheke einstecken.
Bei Wanderungen, die über eine Stunde hinausgehen, sollten Sie Proviant und Getränke einstecken. Kohlenhydratreiche Müsli-Riegel, belegte Vollkornbrote und Obst sind eine gute Grundlage. Als Getränke empfehlen sich Saftschorlen, Mineralwasser oder Tee.
Damit Sie den ganzen Proviant rückenschonend transportieren können, entscheiden Sie sich am besten für einen kleinen wetterfesten Rucksack mit breiten und gepolsterten Trägern. In diesen Rucksack gehört auch der Regenponcho und ein
kleines Erste-Hilfe-Set. Aus Erfahrung enpfehle ich Ihnen, Pflaster, Desinfektionsmittel und ein Gel gegen Sonnenbrand und Insektensticke mitzunehmen. Bei langen Wanderungen weitab von Straßen und Wegen sollten Sie außerdem Ihr Handy einstecken, um im Notfall Hilfe ordern zu können.
Die Länge der Wanderstrecke richtet sich immer nach dem schwächsten Wanderer. Wenn Sie mit Kindern oder ungeübten Mitwanderern unterwegs sind, genügen zwei oder drei Stunden (zuzüglich geplanter Pausen).
Probieren Sie es aus - auch in Ihrer näheren Umgebung läßt es sich bestimmt herrlich wandern !
Apothekerin Charlotte Erpenbeck
Weitere Wander-Links:
www.wandern-online.de
www.gesundheit.de/static/themen/fitwellness/wandern.html
Apothekertipp im August
Schwarz vor Augen
Zu niedriger Blutdruck ist lästig. Die Betroffenen neigen dazu "schlecht in die Gänge zu kommen", sie fühlen sich schnell erschöpft und leiden sehr unter Hitze. Manchen Betroffenen wird bei schnellem Aufstehen kurz schwarz vor den Augen, schwindelig oder sogar etwas übel. Die Sturzgefahr ist erhöht, und damit besonders für Ältere das Risiko, sich einen Knochenbruch einzufangen.
In vielen Ländern gilt zu niedriger Blutdruck nicht als behandlungsbedürftige Erkrankung. Bei uns gibt es Medikamente, sowohl gegen den zu niedrigen Blutdruck allgemein als auch gegen starke Kreislaufschwankungen mit Kollapsgefahr. Sie dürfen allerdings nach der augenblicklichen Gesetzeslage nicht zu Lasten der Krankenkassen verordnet werden.
Bevor Sie zum Medikament greifen, können Sie mit einigen bewährten Hausmitteln probieren, Ihren Blutdruck in Schwung zu bringen. Warm-kalte Kneipp-Wechselduschen morgens trainieren den Kreislauf ideal. Viel Bewegung hilft ebenfalls, weshalb Sie bei längeren Auto- oder Zugreisen sowie Flügen zwischendurch immer wieder aufstehen und umhergehen sollten. Ausreichend trinken stabilisiert den Kreislauf auch. Wenn Sie aus dem Liegen oder aus der Hocke hochkommen, sollten Sie plötzliche , ruckartige Bewegungen vermeiden. Hastige Höhenänderungen können für Bruchteile von Sekunden die Blutversorgung des Gehirns soweit verschlechtern, daß Ihnen schwarz vor Augen wird und Sie ohnmächtig werden.
Ein Trost für alle Betroffenen: So lästig , wie der niedrige Blutdruck ist, er verschafft Ihnen auch einen Vorteil: Sie erkranken erheblich seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als der Normaldruckler, und Ihre statistische Lebenserwartung ist höher.
Ich wünsche Ihnen einen allzeit stabielen Kreislauf!
Apothekerin Charlotte Erpenbeck
Weitere Surfziele zum Thema:
www.m-ww.de/krankheiten/herz_kreislauf_erkrankungen/niedriger_blutdruck.html
http://www.3sat.de/nano/tipps/06475/
www.swr.de/kaffee-oder-tee/teledoktor/2004/01/13/
Apothekertipp im September
Ananas
Die Sonne brennt, man lechzt nach einer Erfrischung. Als hätte Mutter Natur das vorausgeplant, findet man im Sommer ein fast überreiches Angebot frischer Früchte. Früchte sind erfrischend, mineral- und vitaminreich. Als Bonus für alle Fruchtesser sind sie überdies kalorienarm. Und nicht wenige Früchte enthalten zusätzliche gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe.
Zum Beispiel die exotische Ananas. Es ist eine Tropenfrucht, die bereits 1493 auf der Insel Guadeloupe von Kolumbus als Kulturpflanze vorgefunden wurde. Vermutlich stammt die Wildform aus Brasilien. Heute ist die Ananas in allen tropischen Ländern verbreitet. Sie hat einer ganzen Pflanzenfamilie (den Ananasgewächsen oder Bromeliaceae) einen Namen gegeben.
Die Kulturpflanze ist eine buschige Pflanze mit einer stacheligen Blattrosette. Im dritten Jahr wächst der Blühtrieb mit violetten Blüten. Die bekannte Ananas ist eine Sammelfrucht (viele kleine Früchtchen zu einer vereint) und wird von der Sproßachse durchwachsen- weshalb oben auf jeder Frucht eine kleiner Blattschopf prangt.
Geerntet werden die reifen Früchte (erkennbar daran, daß sich die Blätter leicht von der Frucht lösen.) Bei uns kommen allerdings oft noch unreife Früchte in den Handel, da reife Ananas nicht lange haltbar und schlecht zu transportieren ist.
Die rohe Ananas enthält auf 100g Frucht : 57 kcal (ca. eine BE), 0,4g Eiweiß, 0,2 g Fett, 13,5 g verwertbare Kohlenhydrate, 1,5 g Ballaststoffe, Purine im Äquivalent von 19,5 g Harnsäure, 2 mg Natrium,172 mg Kalium, 16 mg Calcium, 9,5 mg Phosphor, 17,5 mg Magnesium, 0,4 mg Eisen, 10 mg Vitamin A, Vitamine B und E in geringen Spuren, 20 mg Vitamin C, Fruchtsäuren, etwas Vanillin und geringe Mengen etherisches Öl. Die arzneilich wirksamen Inhaltsstoffe sind Bromelaine. Das sind Enzyme, welche die Eiweiß-Verdauung anregen und entzündungshemmend wirken. Menschen mit Magenproblemen könnten z.B. vor dem Mittagessen ein Glas frischen Ananassaft als Aperitif trinken.
Die Enzym wirken in der Küche als Zartmacher, wenn Fleisch mit frischer Ananas vor dem Kochen mariniert wird. Leider machen die Enzyme Milchspeisen bitter und verhindern das Gelieren von Gelantine. Deshalb darf für Milch und gelantinehaltige Speisen nur Konservenananas oder gekochte Ananas verwendet werden. Starkes Erhitzen zerstört die Enzyme. Woraus Sie gleichzeitig schließen können, daß Konservenananas keinerlei medizinische Wirkung mehr hat.
Dafür bietet dann die Apotheke Ersatz: Konzentrierte Bromelaine erhalten Sie als Tablette zur Behandlung von Entzündungen (besonders gerne empfohlen vom Zahnarzt).
Und zum Abschluß noch ein leckeres Ananas-Rezept:
Fruchtcocktail für 2 Personen:
1 mittlere Banane, 1 Tasse Erdbeeren, 1 Tasse frische Ananas, 1 Tasse Orangensaft.
Die Früchte gut zerkleinern und im Mixer pürieren. Mit dem Orangensaft verrühren und auf Eiswürfeln servieren. Eignet sich wegen der Banane auch gut als kleine Zwischenmahlzeit.
Guten Appetit wünscht Ihnen
Ihre Apothekerin
Charlotte Erpenbeck
Apothekertipp im November
MAGENMORSELLEN
Ruhmreiche Traditionen hat die Apothekerkunst im Zuckerbäckerhandwerk. Bonbon- und Pralinienspezialitäten waren im Mittelalter eine Domäne der Apotheker. Kein Kunststück- sie hatten schließlich Zugang zu der ganzen Bandbreite an Gewürzen aus dem Fernhandel, und nicht zuletzt zu dem teuren Rohrzucker, der aus arabischen Ländern ins mittelalterliche Europa importiert wurde.
Natürlich fertigte der Herr Apotheker nicht einfach Bonbons zum Schleckern. Getreu seinem höheren Auftrag zur Wahrung der Volksgesundheit verwandelte er die süßen Kalorienbomben in Arzneiträger. Von Abführbonbons über Brustkaramellen bis
hin zu Magenmorsellen reichte das Spektrum.
Und von letzteren möchte ich Ihnen heute die Rezeptur geben. Magenmorsellen sind nichts anderes als ein Kräuterschnaps in süßer, fester Form. Sie enthalten einen sehr hohen Anteil an Gewürzpulvern, die auf Magen- und Darm verdauungsfördernd wirken (aber nicht abführend!). Traditionell wurden sie nach umfangreichen Mahlzeiten genossen, sozusagen als I-Tüpfelchen nach dem Dessert. Da sie durch die verwendeten Gewürze sehr weihnachtlich schmecken, sollten Sie ruhig mal zum Weihnachtsessen diese akoholfreie Variante des Verdauungsschnapses anbieten. Sie sind selbstverständlich auch für Kinder bestens geeignet.
Eine Warnung noch: Morsellen sollte man lutschen, nicht kauen, da sie sonst wie die reinsten Plombenzieher wirken können.
Hier folgt die überlieferte Morsellen-Rezeptur:
17,5 Teile Zimt
7,5 Teile Kardamom
7,5 Teile Ingwer
3,5 Teile Galgant
3,5 Teile Muskatnuß
3,5 Teile Gewürznelken
80 Teile gehackte Mandeln
250 Teile Wasser
1000 Teile Zucker
Morsellen werden am Besten in einem Kupfertopf hergestellt. Zum Ausgießen hilft optimal ein Holzlöffel. Die verwendeten Geräte müssen peinlich sauber gehalten werden.
Der Zucker wird in dem Wasser ohne Umrühren gekocht bis zur Federprobe (eine von einem Messer geschleuderte Probe erstarrt in der Luft zu einer fedrigen Masse).
Dann werden die zerschnittenen Mandeln und die Gewürzpulver dazugemischt und die Masse in zerlegbare, leicht angefeuchtete Formen aus Eichenholz gegeben (könnte heute gegebenenfalls durch Silikonformen ersetzt werden). Man verteilt die Masse durch Aufstoßen auf den Tisch gleichmäßig und zerschneidet sie, bevor sie ganz erkaltet ist.
Sollte Ihnen das nach ein wenig zu viel Arbeit klingen, können Sie selbstverständlich in Ihrer Apotheke fertige Magen-Morsellen erwerben. Nach alten Rezepturen von 1856 gefertigt, sind sie heute noch unverändert im Handel.
Ich wünsche Ihnen frohes Gelingen und süßen Genuß !
Ihre Apothekerin
Charlotte Erpenbeck
Erstellt 2004
Copyright © Charlotte Erpenbeck
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| Mittwoch | 8:30 bis 13:00 und 14:30 bis 18:00 Uhr |
| Donnerstag: | 8:30 bis 13:00 und 14:30 bis 19:00 Uhr |
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Apothekerin Charlotte Erpenbeck und das Team der Alten Sonnen-Apotheke