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Zusammensetzung der Milch
Gibt es einen Grund, keine Milch zu trinken? (Milchallergien)
Was kann als Ersatz für Milch genommen werden ?
Welche Lebensmittel sind sicher milchfrei ?
Kann eine Milchallergie wieder verschwinden?
Kann man einer Milchallergie vorbeugen ?
Zusammensetzung der Milch:
Milch besteht aus Wasser, 10 % Eiweiß, Milchzucker, Butterfett, Mineralstoffen und Vitaminen. Alle diese Bestandteile kommen in jeder Säugetiermilch vor ( inclusive der menschlichen), nur die Mengen sind unterschiedlich. Bei Tieren, die erheblich schneller wachsen als Menschen, ist z.B. der Fettanteil der Milch höher als in der Muttermilch, außerdem unterscheiden sich die Eiweiße. Deswegen wird Tiermilch pur von Säuglingen normalerweise schlecht vertragen. Entsprechend wird diese Tiermilch für Säuglingsnahrung in der Zusammensetzung abgeändert.
Vollmilch enthält 3,5% Butterfett, was auf ein Glas Milch 60 cal. alleine an Fett entspricht (1 1/2 Teelöffel Butter).
Teilentrahmte Milch enthält 2% Butterfett und damit 45 Fettkalorien pro Glas. In etwa entspricht das einem Teelöffel Butter (gut 18,3 mg Cholesterin).
Entrahmte Milch enthält fast kein Fett mehr (weniger als 0,05 %). Dadurch sieht diese Milch etwas bläulich aus. Die bläuliche Farbe wird durch Riboflavin erzeugt, einem Vitamin. Normalerweise verdeckt das gelbliche Butterfett diesen Blauton, und die Milch erscheint daher weiß. ( Das gleiche Prinzip, nur umgekehrt, herrscht bei den Waschmittel, wo bläuliche Aufheller zugesetzt werden, um den natürlichen Gelbstich weißer Wäsche in strahlendes Weiß zu verwandeln).
Der Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen ist in entrahmter Milch fast unverändert.
Die wichtigsten Mineralien in Milch sind Calcium und Phosphor, das wichtigste Vitamin Vitamin D. Diese Bestandteile sind wichtig für den Knochenaufbau. Zwei Glas Milch am Tag reichen aus, um den durchschnittlichen Tagesbedarf eines Erwachsenen weitgehend zu decken. Außerdem liefert Kuhmilch Vitamin A ( wichtig z.B. für nächtliches Sehen), Riboflavin (für die Nährstoffversorgung der Körperzellen),Vitamin B12 (für den Transport von Eisen und die Blutbildung) und Magnesium (für die Muskelarbeit).
Gibt es bei so vielen positiven Aspekten überhaupt einen Grund, keine Milch zu trinken?
Eine winzige Minderheit von Menschen trinkt Milch aus Überzeugung nicht, da sie ein tierisches Produkt ist. Diese super-strickten Vegetarier müssen sehr bewußt ihre Nahrung so zusammenstellen, daß sie bei rein pflanzlicher Kost an das lebensnotwendige Minimum an Mineralstoffen und Vitaminen kommen. Bei Kindern klappt das meist nicht ohne künstliche Zusätze von Nährstoffen.
Eine etwas größere Anzahl von Menschen reagiert allergisch auf Milcheiweiß. Diese Menschen reagieren bereits als kleine Kinder hochgradig allergisch auf milchhaltige Nahrung, z.B. mit starken Durchfällen und Bauchkrämpfen. Personen mit Milchallergien müssen alle Arten von Milchprodukten meiden. Das beinhaltet z.B. auch Brot, wenn im Teig Milch mit verarbeitet wurde. In jedem Fall muß die Zutatenliste von Fertignahrungsmittel sorgfältig darauf durchgesehen werden, ob Milch oder Molke enthalten sind. Zu diesen Milchprodukten gehören unter anderem auch Eis, Schokolade, Milchpudding, Butter, Joghurt, Sahne, Buttermilch und alle Käsesorten.
Erheblich mehr Menschen haben eine Lactose(Milchzucker)-Intoleranz. Diese Intoleranz ist wahrscheinlich genetisch bedingt, weil sie z.B. unter asiatischen Völkern oder den Ureinwohnern Amerikas wesentlich verbreiteter ist als bei uns. Lactose- Intoleranz äußert sich ebenfalls in Durchfällen und Bauchkrämpfen, ca. eine halbe Stunde nach dem Genuß von Milch.
In den meisten Fällen braucht hier keine so strickte Diät gehalten zu werden. Kleine Mengen Lactose, und damit Milch, werden meist vertragen, besonders wenn sie während der Mahlzeiten und in Mini-Portionen über den Tag verteilt gegessen werden.
Milch mit Kakao scheint für diese Personen besser verträglich zu sein, ebenso ältere, gut gereifte Hartkäse, in denen der Lactosegehalt weitgehend abgebaut wurde. Auch in Joghurt mit aktiven Milchsäurebakterien wird die Laktose weitgehend abgebaut. Außerdem gibt es Enzyme, die man der Milch zusetzen kann und die innerhalb von 24 Stunden den Milchzucker weitgehend zerlegen, so daß die Milch genießbar wird. Sie schmeckt dann etwas süßer, weil unter anderem normaler Zucker (Glucose) gebildet wird.
Zeigen Kinder Milch-Intoleranzen, muß unbedingt der Verzehr von Milchprodukten komplett eingestellt werden, bis der Arzt festgestellt hat, zu welchem Typ Allergiker die Kinder gehören ( Milcheiweiß oder Laktose).
Was kann als Ersatz für Milch genommen werden ?
Als Mittel der Wahl bietet sich Sojamilch an. Sie wird aus Sojabohnen gewonnen, ist also rein pflanzlich. Damit diese Sojamilch die Kuhmilch voll ersetzen kann, muß allerdings Vitamin A, Vitamin D, Riboflavin und Vitamin B12 zugesetzt werden, ebenso Calcium. Da bis zu 800 mg Calcium pro Tag empfohlen werden, ist möglicherweise die Sojamilch alleine als Calciumquelle nicht ausreichend, wenn Sie keine weiteren Calcium-angereicherten Lebensmittel verwenden. In diesem Falle sollte Calcium in Tabletten/Brausetablettenform gegeben werden.
Ein Glas Sojamilch enthält bei 80 cal. 8 Gramm hochwertiges Protein, 5 g Kohlenhydrate und 4 Gramm Fett. Sojaeiweiß enthält alle essentiellen (lebensnotwendigen) Aminosäuren. Darüber hinaus enthält Sojamilch die Vitamine Thiamin, Vitamin B6, Folsäure und an Mineralstoffen Phosphor, Magnesium und Eisen.
Welche Lebensmittel sind sicher und 100% Milchfrei ?
Frisches Obst, frisches Gemüse, Sojamilch, Tofu, Fleisch, Geflügel, Fisch, Reis, Gelatine, pflanzliche Öle (auch in gehärteter Form als Margarine), Kartoffeln. Die meisten Suppen und viele Brotsorten werden ohne Milch hergestellt, Sie sollten sich aber sicherheitshalber vorher genau nach der Zusammensetzung erkundigen. Besonders französische und italienische Brotsorten werden meist ohne Milch hergestellt. Haferflocken und andere Müslizutaten sind meist auch milchfrei, das Müsli selbst kann ja auch mit Obstsaft gegessen werden. Um ganz sicher zugehen, sollten Sie aber Fertigmischungen meiden und sich ihr Frühstücksmüsli selbst zusammenstellen.
Wenn Sie ausgehen, sind Sie mit einem Steak und einem Salat mit Essig-Öl -Dressing immer auf der sicheren Seite.
Kann eine Milchallergie wieder verschwinden ?
Bei einer reinen Laktose-Intoleranz kann trotz einer heftigen Allergie in der Kinderzeit bei Erwachsenen oft ein gewisser Gewöhnungseffekt beobachtet werden. Viele Erwachsene vertragen kleine Mengen Laktose ohne große Probleme, auch wenn sie eine Laktose-Intoleranz haben.
Bei einer Milcheiweiß-Allergie wird die Allergie lebenslänglich erhalten bleiben, und sich bei eventuellen weiteren Kontakten mit Milchprodukten wahrscheinlich eher verschlimmern.
Kann man einer Milchallergie vorbeugen ?
Der Beobachtung nach neigen Kinder weniger zu Milchallergien, wenn sie möglichst lange gestillt werden und mit Kuhmilch erst nach ihrem ersten Lebensjahr Bekanntschaft machen. Ansonsten gibt es keine Möglichkeit der Vorbeugung.
Erstellt August 2004, Update 14.09.2005
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