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Die hier aufgeführten wilden Giftpflanzen sind häufig genug, um ohne großes Suchen über sie zu stolpern.
Natürlich gibt es noch mehr giftige Pflanzen, aber die sind entweder nur wenig giftig, oder extrem selten, (zumindest bei uns), oder sie sind so unattraktiv für Kinder, daß kaum Vergiftungsfälle mit ihnen bekannt geworden sind.
Weitere Giftpflanzen und ausführliche Informationen finden Sie auf den Giftpflanzenseiten der Universität Bonn.
Außerdem biete ich Ihnen gerne an, Pflanzen, die Sie in Wald und Flur finden, für Sie zu identifizieren. Voraussetzung: Sie bringen eine blühende Pflanze oder einen Zweig mit Blättern und der giftverdächtigen Frucht mit in die Apotheke.
Sie können natürlich auch bei mir einen Vortrag zum Thema "Giftpflanzen" buchen (ab Gruppengröße 8 Personen, Termine nach Absprache).
Wilde Giftpflanzen :
Die Pflanzen sind unter dem (meist deutschen) Namen geführt, der hier in der Gegend am geläufigsten ist.
Die mit Totenkopf gekennzeichneten Pflanzen führen besonders oft zu besonders schwerwiegenden Vergiftungen. Aber auch Pflanzen ohne Totenkopfzeichen können schwere Vergiftungen verursachen, wenn genügend davon gegessen wird.
Übrigens können Sie einige dieser Pflanzen auf einer anderen meiner Websites in größeren und besseren Abbildungen sehen:
www.colorstockphoto.com .
Aaronstab - hat im Herbst verlockende rote Beeren. Höhe der Pflanze ungefähr 30 cm, in schattigem Gebüsch, besonders am Haseufer.
Faulbaum - Busch oder Baum mit kleinen schwarzen Beeren. Verursacht sehr starke und schmerzhafte Magen-Darm- Beschwerden. Kommt in moorigen Gegenden vor, aber auch häufig am Straßenrand.
Fliegenpilz- giftig, führt aber meist so schnell zu Erbrechen, daß keine lebensgefährliche Menge Gift aufgenommen wird. Kommt sogar mitten in der Stadt unter Birken und Kiefern vor !
Geißblatt - wunderschön duftende Kletterpflanze. Auch diese Pflanze hat verlockende, leider giftige rote Beeren. Bevorzugtes Vorkommen dichtes Gebüsch am Straßenrand sowie das Haseufer.
Ginster - giftig in allen Teilen der Pflanze. Die Pflanze ist aber so zäh und hart, daß kaum ein Kind die große Geschmacksprobe damit macht. Vorkommen besonders häufig am Wegrand im Bereich Haseufer.
Hahnenfuß - ist als Unkraut und in Wiesen sehr häufig, zwar giftig, es sind aber keine gefährlichen Vergiftungen bekannt.
Herkuleskraut oder Riesen-Bärenklau - der Saft ist extrem hautreizend. Saft + Sonne führt zu dicken Blasen und Rötungen wie bei einer starken Verbrennung. Gefährlich, weil er überall vorkommt, auch in Hausgärten und auf Kinderspielplätzen. Samt sich stark aus !
Klatschmohn - ist zwar giftig, aber wer ißt schon genug von diesem kleinen flatterigen Mohn, um tatsächlich eine Giftwirkung zu spüren ? Wird meist nur gefährlich, wenn von Laien nach alten Kräuterrezepten damit ein Teeaufguß versucht wird. Kinder sollte man allerdings trotzdem lieber fernhalten. Vorkommen am Feldrain oder in Saatmischungen für Blumenwiesen.
Knollenblätterpilz, weißer Dieser giftigste unter unseren einheimischen Pilzen kommt leider auch hier vor. (Fundort am Totenbergweg, gegenüber von den Emsland-Getränke-Werken). Besonders gefährlich ist dieser Pilz dadurch, daß er oft mit dem eßbaren Champignon verwechselt wird. Im Jugendstadium sehen diese Pilze fast gleich aus. Einzig brauchbares Unterscheidungsmerkmal: Der Knollenblätterpilz hat immer rein weiße Lamellen an der Hutunterseite, der Champignon hat leicht rosafarbene
, die sich im Alter dunkelbraun verfärben.
Eine Knollenblätterpilzvergiftung endet im günstigsten Fall auf der Intensivstation. Tötliche Vergiftungen sind häufig.
Lupinen - die süßen Lupinen enthalten kaum Gift, aber sie sehen es der Pflanze nicht an, ob sie zu der ungefährlichen Variante gehört. Die andere, bittere Lupine macht sehr starke, blutige Durchfälle und Magenbeschwerden. Also die Kinder lieber fernhalten. Kommt wild besonders an Straßen und Wegen vor, wird aber oft auch im Garten gezogen.
Robinie - da sie sehr robust ist und auch mit Streusalz bestens fertig wird, kommt die Robinie nicht nur im Wald, sondern auch als Straßenbaum vor. Die verlockenden Blüten sind hoch oben, und die Rinde wird kaum ein Kind kauen wollen, so daß die Gefährdung durch diesen Baum nicht sehr groß ist. Außerdem haben die Zweige Dornen, was nähere Kontakte noch weniger attraktiv macht.
Schneeball - wie viele seiner Garten-Verwandten ein schöner Blütenstrauch, der große Trauben Beeren produziert. Unsere Wildform produziert rote Beeren, die Gartensorten haben auch weiße oder dunkle Beeren. Giftig, aber nicht lebensgefährlich. Besonders schöne Exemplare wachsen an den Straßenrändern und im Wacholderhain.
Schöllkraut - ein Mohngewächs, das ganz leicht zu erkennen ist. Diese Pflanze hat orangegelben Milchsaft. Leichte Vergiftungen kommen in erster Linie durch unsachgemäß angewandten Tee vor. Kommt im lichten Waldrand-Schatten vor, auch als Unkraut in Hausgärten.
Stechapfel - sehr giftig. Kann lebensgefährlich werden. Wird wie die Engelstrompete von Jugendlichen für Drogenexperimente mißbraucht.![]()
Wolfsmilch - auch hier, wie bei den Zimmerpflanzen, weißer, hautreizender Milchsaft, daher schon bei Berühren mit Vorsicht zu genießen. Vorzugsweise am Wegesrand anzutreffen.
Erstellt Februar 2004 zuletzt ergänzt 18.9.2008
Copyright © Charlotte Erpenbeck
verwendete Literatur:
Frohne. Pfänder, Giftpflanzen, WVG 1997, 4. Auflage
Bresinsky. Besl. Giftpilze, WVG 1985
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