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Die hier aufgeführten Garten-Giftpflanzen sind häufig genug, um ohne großes Suchen über sie zu stolpern.
Falls Sie ungiftige oder wenig giftige Gartenpflanzen suchen (zum Beispiel für einen Familiengarten, in dem kleine Kinder ungefährdet spielen können), schauen Sie bitte auf unsere Spezialseite "Kindgerechter Garten".
Natürlich gibt es noch mehr giftige Pflanzen, aber die sind entweder nur wenig giftig, oder extrem selten, (zumindest bei uns), oder sie sind so unattraktiv für Kinder, daß kaum Vergiftungsfälle mit ihnen bekannt geworden sind.
Weitere Giftpflanzen und ausführliche Informationen finden Sie auf den Giftpflanzenseiten der Universität Bonn.
Sie können natürlich auch bei uns einen Vortrag zum Thema "Giftpflanzen" buchen (ab Gruppengröße 8 Personen, Termine nach Absprache).
Giftpflanzen im Garten :
Die Pflanzen sind unter dem (meist deutschen) Namen geführt, der hier in der Gegend am geläufigsten ist.
Die mit Totenkopf gekennzeichneten Pflanzen führen besonders oft zu besonders schwerwiegenden Vergiftungen. Aber auch Pflanzen ohne Totenkopfzeichen können schwere Vergiftungen verursachen, wenn genügend davon gegessen wird.
Bohnen - sie sind zwar ein Lebensmittel, aber roh trotzdem giftig. Bohnen können schmerzhafte, blutige Durchfälle verursachen !
Buchsbaum ist eine sehr häufige Garten- und Heckenpflanze, da er sich hervorragend für Formschnitt eignet. Unachtsam weggeworfener Buchsbaum-Heckenschnitt hat schon mehr als ein Weidevieh das Leben gekostet.
Cotoneaster - ist zwar giftig, hat aber kein hohes Gefährdungspotential.
Efeu - giftig, davon gibt es aber nur sehr wenig Fälle von Vergiftungen- es schmeckt sehr schlecht.
Eisenhut - unsere gefährlichste Giftpflanze ! Kein Gegengift, und das Gift ist gemeinerweise auch noch hautgängig. Wenn also ein Kind die Blumen pflückt und zwischen seinen Händen zerquetscht, reicht das unter Umständen schon für die Intensivstation. Die Vergiftung ist darüber hinaus sehr schmerzhaft. Eisenhut wurde von unseren werten germanischen Vorfahren als Pfeilgift benutzt. In den Gartencentern erhalten Sie leider selten einen Hinweis auf die Gefährlichkeit dieser Pflanze. Eisenhut gibt es übrigens in verschiedenen
Blautönen und auch in Gelb !
Fingerhut - hier ist jedem bekannt, daß er giftig ist. Die größte Gefahr bilden aber nicht die wenig giftigen Blüten, sondern die eher unscheinbare Blattrosette im ersten Jahr vor der Blüte, die hat den höchsten Giftgehalt und wird eher selten zu Ziel kindlicher Eßexperimente.

Goldregen - alle Teile der Pflanze sind sehr giftig. Und es kommen jedes Jahr immer wieder Vergiftungsfälle vor, da diese schöne Pflanze in Gärten sehr
häufig ist.
Christrose, Nieswurz - giftig, scheint aber zu relativ wenigen Vergiftungen zu führen - was mit der winterlichen Blütezeit zusammenhängen könnte.
Herbstzeitlose - einer der giftigsten herbstblühenden Krokusse. Lebensgefährlich. Kinder scheinen besonders von den Samen angezogen zu werden, die man in der Frucht rasseln hören kann. Blatt und Frucht erscheinen übrigens im Frühjahr, vor der Blüte im Herbst.

Immergrün - beliebter Bodendecker. Gut, daß Kinder diese krabbelnde kleine Pflanze offenbar wenig aufregend finden.
Kartoffel - giftig in allen grünen Teilen, besonders giftig in den Sprossen der Knolle. Gekeimte Kartoffeln sind daher als Lebensmittel ungeeignet. Ebenfalls in grünen Teilen giftige Kartoffelverwandte sind Bittersüßer Nachtschatten oder auch Tomaten.

Kirschlorbeer - die verlockend erscheinenden und auch wohl ganz gut schmeckenden Früchte enthalten Blausäure ! Deren Salz dürfte Ihnen aus Krimis als Zyankali bekannt sein. Blausäure enthalten auch: bittere Mandeln, Pfirsich- oder Pflaumenkerne.
Krokusse - alle Krokusse sind mehr oder weniger giftig, da der gefährlichste Teil aber in der Erde steckt und die Zwiebeln kaum mit Speisezwiebeln verwechselt werden können, kommen wenig Vergiftungen vor.
Liguster ist schon wieder gefährlicher, eine beliebte Heckenpflanze mit attraktiv aussehenden, aber giftigen Beeren. (Die ganze Pflanze ist giftig !)
Maiglöckchen - besonders gerne gegessen werden die roten Beeren, die unsere Gartenformen häufiger bilden als die Wildformen. Ebenso giftig ist das Wasser der Blumenvasen, das Kleinkinder durchaus einmal zu trinken versuchen.
Narzisse - hier besteht tatsächlich von Größe und Form der Zwiebeln eine Verwechselungsgefahr mit den Küchenzwiebeln. Sehr, sehr unbekömmlich...
Pfaffenhütchen - wieder eine der sehr gefährlichen Pflanzen, zumal die stark giftigen Früchte auch noch schön bunt aussehen. Die Samen innen sind übrigens leuchtend orange.
Küchenschelle - diese Pflanzen sowie alle Anemonenarten, egal ob wild oder Zierpflanze, sind giftig, es kommt aber selten zu gefährlichen Vergiftungen.
Rittersporn - enthält , wenn auch deutlich weniger davon, die gleichen gefährlichen Inhaltsstoffe wie der Eisenhut.

Ricinusbaum, Wunderbaum - bei uns meist als einjährige Pflanze aus Samen gezogen. Komplett giftig und sehr gefährlich. Die Samen sind ungefähr so groß wie dicke Bohnen, die Pflanze wird in einem Jahr bis zwei Meter hoch. Bereits ein gut zerkauter Samen kann ein Kind umbringen ! Entsprechend deutliche Hinweise auf die Gefährlichkeit fehlen leider auf den Samentüten.
Sadebaum - zeigt sich entfernt wie eine Kreuzung aus Thuja und Wacholder , ist sehr giftig.
Schneebeere - wenig giftig, aber dafür häufig, und die Kinder spielen gerne mit diesen “Knallbeeren”. Führt bei essen meist nur zu kräftiger Magenverstimmung.
Seidelbast - wieder eine sehr giftige, beliebte Zierpflanze in den Vorgärten. Wird gerne gepflanzt , weil sie im zeitigen Frühjahr blüht.
Taxus, Eibe - beliebte Heckenpflanze, weil sie sich hervorragend schneiden läßt. In allen Teilen inclusive der Samen sehr giftig, mit Ausnahme des roten Fruchtfleisches, -das ausgerechnet ist ungiftig.
Thuja, Lebensbaum - auch hier wieder eine beliebte Heckenpflanze, die ziemlich giftig ist.

Tränendes Herz - ist zwar giftig, führt aber kaum je zu Vergiftungen, da der gefährlichere Teil sicher im Boden sitzt.
Erstellt Februar 2004 ergänzt 25.7.2011 Copyright © Charlotte Erpenbeck
verwendete Literatur:
Frohne. Pfänder, Giftpflanzen, WVG 1997, 4. Auflage
Bresinsky. Besl. Giftpilze, WVG 1985
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